WSI-Mitteilungen Ausgabe 08/2015

Christoph S. Weber, Philipp Dees

Anspruchslöhne: immer noch Unterschiede zwischen Ost und West


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WSI-Mitteilungen 8/2015, Seiten 593–603

Zusammenfassung

Fast 25 Jahren nach der Wiedervereinigung gibt es weiterhin einen signifikanten Unterschied zwischen den Löhnen, die West- und Ostdeutsche mindestens erwarten, um eine offene Stelle anzunehmen. D.h. es gibt nicht nur ein nach wie vor bestehendes Lohngefälle zwischen West- und Ostdeutschland, sondern auch die Anspruchslöhne sind im Osten geringer. Dieser Unterschied besteht, wie die vorgelegte Analyse zeigt, auch dann noch, wenn für eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf die Lohnerwartung, wie bspw. die sektorale und qualifikatorische Zusammensetzung oder das Mietpreisniveau, kontrolliert werden. Diese Befunde verweisen darauf, dass das bestehende niedrigere Lohnniveau in Ostdeutschland auch die Anspruchslöhne absenkt und damit die Lohnlücke zementiert. Mit Blick auf die politisch und gesellschaftlich gewünschte Angleichung der Löhne zwischen Ost und West stellt dies eine Herausforderung dar.

Abstract

Almost twenty-five years after German reunification there is still a significant difference between the minimum wages that East and West Germans expect when applying for a job. That means that not only does a wage gap still exist between East and West Germany, but also that the reservation wages in the east are lower. As the analysis presented in this article shows, this difference still remains when a range of wage expectations are taken into account, such as, for example, sectoral and qualification components, or the levels of rent for housing. Results indicate that the existing low wage level in East Germany also lowers the reservation wage and thereby reinforces the wage gap. With a view to the politically and socially desired aim of bringing east and west wages into line, this presents a challenge.


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