WSI-Mitteilungen Ausgabe 01/2015

Silke Bothfeld, Sophie Rouault

Was macht eine effiziente Gleichstellungspolitik aus? Das Instrument Frauenquote im internationalen Vergleich


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WSI-Mitteilungen 1/2015, Seiten 25–34

Zusammenfassung

In der deutschen gleichstellungspolitischen Debatte der vergangenen Jahre rückte zunehmend die Quotierung von Aufsichtsratsposten in den Fokus, womit ein neuer Aspekt beruflicher Gleichstellung angesprochen wurde. Bei ihren Verfechterinnen und Verfechtern gilt die Quote als effektives Instrument, von ihren Gegnern wird sie hingegen als ein illegitimer Eingriff in die wirtschaftlichen Aktivitäten betrachtet, und Skeptiker antizipieren ihre Wirkung für die Geschlechtergleichheit als insgesamt gering. In diesem Beitrag widmen wir uns anhand der Analyse bestehender Quotenregelungen der Frage, wie Maßnahmen beruflicher Gleichstellung ausgestaltet sein müssen, um effektiv zu sein. Zentral ist dabei die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung: Norwegen gilt mit seiner gesetzlichen Quote als Vorbild für Deutschland, in Schweden hingegen wurde bislang auf eine gesetzliche Regelung verzichtet. Aus dem Ländervergleich ist zu lernen, dass Gleichstellungsmaßnahmen zwar effektiv sein können, wenn sie verschiedene Steuerungsformen miteinander verbinden und die Gleichstellungsmaßnahmen gleichzeitig in ein konsistentes und kohärentes Geschlechterregime eingebettet sind, dass aber die Wirksamkeit einer gesetzlichen Regelung kaum durch freiwillige Maßnahmen zu ersetzen ist.

Abstract

Within the last years the gender equality debate addressed a new issue - the instrument of gender quotas for seats on supervisory boards. Advocates of the quota underline its effectiveness, while its opponents disapprove of it as an illegitimate intervention into entrepreneurial freedom. Sceptical observers doubt its effectiveness in terms of achieving more equal gender relations. Drawing on analyses of existing quota policies in Norway, Sweden and Germany we address the design of policies and instruments that would effectively promote gender equality in the work sphere. Whether formal quota regulation is necessary or not is particularly interesting when comparing Norway with Sweden as no formal regulation exists in Sweden whilst the Norwegian regulatory system has become a role model for German policy makers. The comparison shows that a smart combination of hierarchical and non-hierarchical instruments is a necessary pre-condition for more gender equality within supervisory boards as well as a coherent and consistent general gender policy regime. However, it is unlikely that substantive progress in gender equality at the workplace can be attained without compulsory statutory rules.

 


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