WSI-Mitteilungen Ausgabe 04/2014

Peter Ellguth, Susanne Kohaut

Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2013


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WSI-Mitteilungen 4/2014, Seiten 286-295

In dem Beitrag wird zunächst die Tarifbindung der Betriebe anhand der aktuell im IAB-Betriebspanel verfügbaren Daten in ihrer Verteilung nach Branche und Betriebsgröße dargestellt. Danach arbeiteten 2013 rund 52 % der westdeutschen und etwa 35 % der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die einem Branchentarif unterliegen. Seit 1996 hat die Flächentarifbindung in beiden Landesteilen eine deutlich rückläufige Tendenz, auch wenn die Entwicklung in jüngster Zeit langsamer verläuft. Besonderes Augenmerk wird auf die Betriebe gelegt, die übertarifliche Leistungen gewähren.
Auf der betrieblichen Ebene zeigt sich eine zum Vorjahr vergleichbare Reichweite der Mitbestimmung: 43 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Westdeutschlands und 35 % Ostdeutschlands verfügen über einen Betriebsrat. Auch hier ist in der langen Sicht ein abnehmender Deckungsgrad zu konstatieren. In der gemeinsamen Betrachtung der betrieblichen und sektoralen Ebene der Interessenvertretung wird vor allem auf die ausgedehnten betrieblichen Vertretungslücken sowie die „weißen Flecken“ in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft hingewiesen und deren Verbreitung in verschiedenen Wirtschaftszweigen dargestellt.

Abstract

In this paper we present the dispersion of collective bargaining agreements according to firm size and industries using the latest data of the IAB establishment panel. In 2013 about 52 % of the workforce in West and 35 % in East Germany were employed in firms that are bound to collective agreements. From the beginning of the data collection in 1996 up to the present day, coverage has been distinctly declining, although less pronounced in recent years. Closer attention is paid to those establishments that pay wages above the collectively agreed level.
Looking at co-determination at the plant level, we find that coverage by works councils has hardly changed since 2012 with 43 % of the workforce in the private sector of West Germany and 35 % in East Germany. However, in the long run a distinct downward movement is also apparent here. Examining both levels of employee participation together, we mainly address the extensive gaps of co-determination on the shop-floor (“betriebliche Vertretungslücken”), as well as completely blank spots with no collective agreement.

 


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