WSI-Mitteilungen Ausgabe 06/2019

Petra Dünhaupt, Hansjörg Herr, Fabian Mehl, Christina Teipen

Entwicklungschancen durch Integration in globale Wertschöpfungsketten: ein Länder- und Branchenvergleich


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 6/2019, Seiten 403-411

Zusammenfassung

In liberalen Handelstheorien wird davon ausgegangen, dass der Aufbau exportorientierter Industrien im globalen Süden die Voraussetzungen für technologische Spill-Over-Effekte, Produktivitätssteigerungen und gesellschaftliche Wohlfahrtsgewinne schaffen kann. Basierend auf vergleichenden Fallstudien in vier Branchen (Bekleidung, Automobil, Elektronik und IT-Dienstleistungen) und sechs Schwellen- und Entwicklungsländern (Bangladesch, Brasilien, China, Indien, Südafrika, Vietnam) zeigt sich allerdings, dass eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration in globale Wertschöpfungsketten nicht zwangsläufig mit besseren Arbeitsbedingungen sowie positiven Beschäftigungs- und Wohlfahrtseffekten einhergeht. Zudem wird deutlich, dass der länderspezifische Kontext innerhalb eines Industriezweigs hierbei eine größere Rolle spielt als oftmals angenommen. Entscheidende Einflussfaktoren sind insbesondere die nationalen Systeme industrieller Beziehungen und gewerkschaftliche Machtressourcen. Zugleich lässt sich feststellen, dass es ohne kohärente industriepolitische Strategien nicht gelingt, die Entwicklungschancen einer vertieften Integration in die globale Ökonomie zu realisieren.

Abstract

In liberal trade theory, it is generally assumed that the development of export-oriented industries in the Global South can create the conditions for technological spillover effects, productivity increases and social welfare gains. However, based on the results of comparative case studies in four sectors (clothing, automotive, electronics and IT services) and six emerging and developing countries (Bangladesh, Brazil, China, India, South Africa, Vietnam), successful economic integration into global value chains is not necessarily associated with better working conditions, nor with positive employment and welfare effects. It also becomes clear that the country-specific context of a particular industry plays a greater role in determining these effects than is often assumed. Here the decisive factors are in particular the national system of industrial relations and the power of trade unions. At the same time, it can be asserted from this study that without coherent industrial policy strategies it is not possible to realize the opportunities for development that arise as a product of deeper integration into the global economy.

 


zum Inhaltsverzeichnis dieser Ausgabe
zurück

wsim_feature_abo

Jahresabo inklusive Online-Zugriff auf alle Jahrgänge

wsim_feature_autoren

Informationen zur Länge und Gestaltung von Manuskripten

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Durch die Betätigung des Einverstanden-Buttons willigen Sie auch in das durch Facebook Insights getätigte Tracking auf der Facebook Fanpage der Hans-Böckler-Stiftung ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden