WSI-Mitteilungen Ausgabe 04/2019

Heiner Heiland

Plattformarbeit im Fokus. Ergebnisse einer explorativen Online-Umfrage zu plattformvermittelter Kurierarbeit


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 4/2019, Seiten 298-304

Zusammenfassung

Der Beitrag stellt erstmals Daten zu plattformvermittelter Essenskurierarbeit vor, die eine neue Form prekärer und digitaler Arbeit darstellt. Auf Basis einer Online-Befragung werden Befunde zur Sozialstruktur der Arbeitenden und deren Arbeitsbedingungen präsentiert und mittels des DGB-Index „Gute Arbeit“ in Relation zur Gesamtheit der abhängigen Beschäftigten in Deutschland gesetzt. Die Plattformen üben eine umfassende Kontrolle über den Arbeitsprozess aus. Die Fahrenden fühlen sich der Technik ausgeliefert, berichten von einer bestenfalls mittelmäßigen Arbeitszufriedenheit sowie einer sehr geringen Identifikation mit der Arbeit. Doch trotz der hohen Beschäftigtenfluktuation, die auch als individuelle Exit-Strategie gelten kann, gibt es eine überraschend hohe Bereitschaft für Protest und Streik unter den „Ridern“. Wie sich zeigt, stehen die Arbeitenden trotz der individualisierten Arbeit in regem Austausch miteinander. Damit besteht entgegen allgemeiner und gewerkschaftlicher Annahmen durchaus ein Organisierungspotenzial, das, strategisch gewendet, die zu konstatierende Machtasymmetrie in der Plattformarbeit zugunsten der Beschäftigten korrigieren kann.

Abstract

For the first time, this article presents data on platform-based food courier work, which represents a new form of precarious and digital work. On the basis of an online survey, the social structure of workers and their working conditions are presented and set in relation to the DGB Index “Gute Arbeit”. The platforms exercise extensive control over the work process. As a result, couriers feel at the mercy of technology, report mediocre job satisfaction at best and very little identification with their work. But despite the high turnover of employees, which can also be considered as an individual exit strategy, there is a surprisingly high willingness to protest and strike among the “riders”. As it turns out, despite the individualised work, the workers are in constant communication with each other. Contrary to general and trade union assumptions, there is certainly an organising potential that, strategically speaking, can correct the asymmetry of power in platform work to the benefit of the employed.

 


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