WSI-Mitteilungen Ausgabe 03/2019

Dieter Sauer, Richard Detje

Rechtspopulismus im Betrieb. Erscheinungsformen, Hintergründe, politischer Umgang


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 3/2019, Seiten 159-167

Zusammenfassung

Was sind die Hintergründe und Einflussfaktoren rechtspopulistischer Auffassungen bei Lohnabhängigen? Warum geben Gewerkschafts­mitglieder überdurchschnittlich der Af D ihre Stimme? Auf diese Fragen versucht der Beitrag auf der Basis aktueller empirischer Forschung eine Antwort zu geben. Beobachtet werden die schleichende Normalisierung eines alltagsrassistischen Diskurses in den Betrieben und die Zunahme fremdenfeindlicher Ressentiments. Die Suche nach den Ursachen mündet in die These einer Zuspitzung arbeitsweltlicher Problemlagen, auch oberhalb der Zonen der Prekarität. Die Permanenz der arbeitsweltlichen Zumutungen führt zu subjektiven Verarbeitungsformen, die an den Grundfesten des meritokratischen Ordnungsrahmens des Kapitalismus rütteln. Wenn diese in Sicherheits-, Anerkennungs-, Kontroll- und Perspektivverluste münden, entsteht daraus ein Nährboden des Rechtspopulismus. In der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus geht es deswegen neben seiner zivilgesellschaftlichen Bekämpfung auch um die Beseitigung der Ursachen, die in den betrieblichen Zuständen liegen. Das sind dann Herausforderungen, die im ureigensten arbeitspolitischen Handlungsfeld der Gewerkschaften liegen.

Abstract

Right-wing populism in companies
Manifestations, background, political handling


What is the background and what are the influencing factors of right-wing populist perceptions amongst wage earners? Why do above-average numbers of union members vote for the Af D? The article elaborates some answers to these questions, based on empirical research. An insidious normalisation of day-to-day racism and growing xenophobic resentments can be observed in factories, service companies and administrations. Searching for the causes leads to the theory of an intensification of the deterioration of conditions in the working world itself, even beyond the areas of precarious work. The demands of working life challenge the foundations of the meritocratic framework of capi­talism. When these demands lead to a loss of security and recognition at work and to a loss of work perspectives, then they become a breeding ground for right-wing populism. Therefore it is not only the arenas of civil society where the fight against the populist and extreme right has to be promoted ; it is the struggle against the poor and insecure conditions of working life which is essential to overcoming right-wing populism. These are challenges for trade unions in the labour-policy field of action.

 


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