WSI-Mitteilungen Ausgabe 03/2019

Wolfgang Schroeder, Samuel Greef, Jennifer Ten Elsen, Lukas Heller

Rechtspopulistische Aktivitäten in betrieblichen Kontexten und gewerkschaftliche Reaktionen


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 3/2019, Seiten 185-192

Zusammenfassung

Die gewachsene Attraktivität des Rechtspopulismus ist nicht nur eine Bewährungsprobe für die Demokratie, sondern auch eine Herausforderung für die DGB-Gewerkschaften, die sich selbst als „Bollwerk gegen rechts“ verstehen. Dieser Beitrag fragt nach Akteuren, Themen und Zielen von rechtspopulistischen Aktivitäten in betrieblichen Kontexten und möglichen gewerkschaftlichen Gegenreaktionen. Die neuen rechtspopulistischen Aktivitäten folgen einer pfadabhängigen Logik. Deren verändertes Profil besteht darin, dass sie in der vertikalen (unten gegen oben) und horizontalen (drinnen gegen draußen) Konfliktlinie sowohl die Anti-Establishment-Perspektive linker Gewerkschafter*innen gegen Co-Management als auch die rechte abschottende Standortlogik gelber Gewerkschaften zu einer neuen Mobilisierungsstrategie verknüpfen. Ausschlaggebend für diese Strategie ist eine Gelegenheitsstruktur aus strukturellen Entwicklungen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Betriebsratswahlen 2018 öffneten dann ein Gelegenheitsfenster für eine stärkere betriebliche Verankerung. Auf diese Interventionen antworten die Gewerkschaften kontextgebunden mit Reaktionen zwischen Auseinandersetzung und Abgrenzung.

Abstract

Right-wing populist activities in company contexts and trade union reactions

The increased attractiveness of right-wing populism is not only a test for democracy, but also a challenge for the DGB unions, which see themselves as a “bulwark against right-extremists”. This article examines the actors, issues and goals of right-wing populist activities in company contexts and possible trade union counter-reactions. The new right-wing populist activities follow a path-dependent logic. They connect vertical and horizontal lines of conflict. In this way, the anti-establishment perspective of left-wing trade unionists against co-management will be linked around a right-wing, sealing-off location logic of yellow trade unions to form a new mobilisation strategy. The decisive factor for this strategy is an opportunity structure made up of structural developments and social challenges. The works council elections in 2018 opened up a window of opportunity for a stronger anchor-hold on the shop floor. The trade unions are responding to these interventions in a context-bound manner with reactions ranging from conflict to demarcation.


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