WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2019

Anke Hassel, Sophia von Verschuer

Ein europäischer Rechtsrahmen für Arbeitnehmerbeteiligung in transnationalen Unternehmen


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-MITTEILUNGEN 2/2019, SEITEN 96–105

Zusammenfassung

In Anbetracht der Machtfülle transnationaler Unternehmen und der sozialen Auswirkungen zunehmender Globalisierung sind neue Formen der gesellschaftlichen Einbettung von Unternehmen nötig. Arbeitnehmerbeteiligung an strategischen Unternehmensentscheidungen ist ein wichtiges Instrument zur Korrektur unternehmerischer Entscheidungen und sie ist insbesondere ein Kernbestandteil des europäischen Sozialmodells. Die Arbeitnehmerbeteiligung bleibt jedoch derzeit unterentwickelt und den gegenwärtigen Herausforderungen nicht angemessen. Ein wichtiger Ansatz zu ihrer Stärkung basiert auf der Vergewisserung ihrer Funktionen in einem institutionell heterogenen Umfeld. Verbindliche Formen der Arbeitnehmerbeteiligung müssen eine aktive Rolle bei der Formulierung von Arbeitnehmerinteressen und in der Unternehmensaufsicht spielen. Im Europarecht gibt es durchaus positive Ansätze zur Verankerung von Beteiligungsrechten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die jedoch durch weitere Integration des Gesellschafsrechts unterminiert werden. Eine Lösung besteht in der Formulierung von Bereichsausnahmen in den Regelungen zum EU-Binnenmarkt und einer aktiveren politischen Gestaltung eines arbeitnehmerfreundlichen europäischen Gesellschafsrechts.

Abstract

Given the power of transnational corporations and the social impact of increasing globalisation, new forms of social embedding of companies are called for. Workers’ voice in the form of employee participation in strategic business decisions is an important tool for monitoring business decisions and is a key component of the European social model. However, it is currently underdeveloped and inadequate to meet current challenges. An important approach to strengthening employee participation is based on ensuring their functions in an institutionally diverse environment. Binding forms of worker participation must play an active role in formulating workers’ interests and in monitoring corporate behaviour. European law has a number of positive approaches to the anchoring of participation rights of employees such as the European Social Charter or the recent European Pillar of Social Rights. However, the European- level development of proposals for company law and decisions by the ECJ tend to undermine social standards. European solutions to these issues are the formulation of exceptions to the norms of the EU single market as well as new policy advances towards a more worker-friendly European company law.

 


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