WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2019

Hans-Wolfgang Platzer, Torsten Müller

Die Europäischen Gewerkschaftsverbände: Zur Entwicklung ihrer Machtressourcen und Funktionsprofile


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-MITTEILUNGEN 2/2019, SEITEN 106–114

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht, wie sich im Verlauf der 2007/2008 einsetzenden Finanzmarkt- und Euro-Krise die Machtressourcen, Aufgaben und Politiken der Europäischen Gewerkschafsverbände (EGV) verändert haben. Die Analyse zeigt, dass keines von zwei angesichts der Wucht der Krise denkbaren Extremszenarien eintrat: Weder kam es durch Re-Nationalisierungstendenzen zu einer Blockade der transnationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit und einer Erosion der Handlungsfähigkeit der EGV; noch kam es aufgrund gesteigerter Solidaritätsanforderungen zu einer Vertiefung der transnationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit unter dem Dach der EGV, sodass sich der heutige Entwicklungsstand der EGV im Vergleich zur Vorkrisenperiode als Status quo ante beschreiben lässt. Allerdings fördert die Empirie ein nach verschiedenen Handlungsfeldern differenziertes Bild gradueller Veränderungen im Zeitverlauf zutage. Der Beitrag verdeutlicht auch, dass sich vor dem Hintergrund teils geschwächter nationaler Machtressourcen und einer tendenziell gewachsenen Heterogenität nationaler Gewerkschafsinteressen die Formulierung gemeinsamer europäischer Handlungsansätze schwieriger gestaltet als in vorausgegangenen Entwicklungsphasen.

Abstract

The article examines how the power resources, tasks and policies of the European trade union federations (ETUFs) changed in the course of the financial crisis which started in 2007/2008. The analysis illustrates that neither of the two conceivable extreme scenarios have materialised: re-nationalisation trends did not block transnational trade union cooperation or erode the ETUFs’ capacity to act; nor did increased transnational solidarity requirements lead to intensified transnational cooperation under the umbrella of the ETUFs. What we can observe instead are only gradual changes occurring over time and varying by policy area; hence, compared to the pre-crisis period, the ETUFs’ current state can be characterised as status quo ante overall. The article, however, also shows that partially weakened national power resources and a trend towards an increased heterogeneity of national trade union interests have made the formulation of joint European strategies even more difficult today than in the past.

 


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