WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2019

Willi Koll, Andrew Watt

Konvergenz von Lohnentwicklung und Makropolitik für eine stabile Europäische Wirtschafts- und Währungsunion


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-MITTEILUNGEN 2/2019, SEITEN 115–124

Zusammenfassung

Die nationale Lohn- und Preisentwicklung beeinflusst wesentlich Binnennachfrage, preisliche Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsbilanz. Für eine gleichgewichtige Entwicklung im Euroraum muss deshalb nicht nur im Aggregat, sondern in jedem Mitgliedstaat die binnenwirtschaftliche Preisentwicklung im Einklang mit den Lohnstückkosten stehen und beide Größen müssen dem Preisziel der Geldpolitik entsprechen. Von dieser „Goldenen Regel der Lohn- und Preisentwicklung“ sind einige Mitgliedstaaten – dauerhaft und gravierend – nach oben und andere nach unten abgewichen. Das Ergebnis waren der Aufbau massiver Divergenzen in Binnendynamik, Leistungs- und Kapitalbilanz und ihre Entladung in einer schweren Wirtschafskrise.

Löhne und Preise sind sowohl Treiber als auch Getriebene der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Damit tragen sowohl die Sozialpartner als auch die Wirtschafs- und Fiskalpolitik Verantwortung für die Einhaltung der Regel. Daraus folgt die Notwendigkeit einer Kooperation zwischen diesen makroökonomischen Akteuren und deren Institutionalisierung. Hierzu wird ein Reformvorschlag dergestalt vorgestellt, dass Spitzenvertreter von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik einen zielführenden Dialog zur Einhaltung der Goldenen Regel führen und anschließend unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit ihre Politik entsprechend ausrichten.


Abstract

National wage and price developments are decisive for domestic demand, competitiveness and the current account. Balanced growth in the Euro area requires that, not only in the aggregate but in each member state, inflation is commensurate with nominal unit labour cost developments and both variables with the inflation target of the European Central Bank. Yet some member states deviated, in both directions and persistently, from this “Golden Rule of wages and prices”. Tis led to a massive build-up of imbalances regarding domestic demand, current and capital accounts, whose tensions were only resolved via a deep economic and financial crisis.

Wages and prices are both drivers of, and are driven by, macroeconomic developments. Thus both the social partners and fiscal and monetary policy makers bear responsibility for adhering to the Golden Rule. This requires cooperation between the macroeconomic policy actors which must be appropriately institutionalised. The authors present a reform proposal that would bring together representatives of monetary and fiscal policy and the social partners in a formal dialogue tasked with respecting the Golden Rule, tailoring their policies towards achieving it while maintaining their autonomy.

 


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