WSI-Mitteilungen Ausgabe 06/2018

Kerstin Jürgens

Die gesellschaftliche Integrationskraft der Arbeit


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 6/2018, Seiten 439-447

Zusammenfassung

Der technologische Fortschritt fordert Gesellschaften in neuer Weise heraus. In der Arbeitswelt eröffnen sich neuartige Wege zur Kommunikation und Kooperation, darüber hinaus aber haben sich auch gänzlich neue Geschäftsmodelle, Arbeitsabläufe und Steuerungsformen herauskristallisiert. Dadurch geraten nicht nur bislang bewährte Institutionen der Erwerbssphäre unter Druck, sondern auch die Erwerbstätigen bemerken, dass sich Arbeitsanforderungen und Beschäftigungsfelder rasant verändern. Nach einer vorübergehenden Schockstarre scheint nun Bewegung in die Gestaltung der Digitalisierung zu kommen. Doch obwohl zahlreiche Expertisen konkret benennen, wie sich auch eine digitale Ökonomie regulieren ließe, bleibt die politische Reaktion auffallend blass. Die Integrationskraft der Arbeit bleibt damit sträflich unterschätzt. Der Beitrag versteht sich als Plädoyer, traditionsreiche Institutionen und Regelwerke so zu justieren, dass technologischer Fortschritt zu einer auch sozialen Innovation wird. Dabei darf die soziale Frage nicht aus dem Blick verloren gehen, die Deutschland bereits im Gepäck führt. Denn addiert sich technologisch induzierte Ungewissheit zu ohnehin polarisierten Teilhabechancen und markanter ökonomischer Ungleichheit, ist das soziale Band merklich strapaziert.

Abstract

Technological progress challenges societies in a new manner. Innovative ways of communication and cooperation are opening up in the working world. Furthermore, completely new business models, working routines and regulation forms have emerged. Not only time-proven institutions in the working sphere are feeling the pressure, but the working population is becoming aware of a rapid change in work requirements and areas of employment. Following a temporary state of shock, it seems as if movement is under way in the configuration of digitalisation. But although numerous expert opinions specifically address how a digital economy may be regulated, there are only few political reactions. Consequently, the socially integrative power of work remains recklessly underestimated. The article is a plea for the adjustment of those tradition-rich institutions and sets of rules, resulting in technological progress which also becomes social innovation. At the same time it must be ensured that we do not lose sight of existing German social issues because if technologically-induced uncertainty is added to polarised participation chances and distinctive economic inequality, then the Social Security Code will be put under significant pressure.

 


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