WSI-Mitteilungen Ausgabe 06/2018

Bernhard Ebbinghaus

Privatisierung und Vermarktlichung der Altersvorsorge: Eingetrübte Aussichten des deutschen Mehrsäulenmodells


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 6/2018, Seiten 468-475

Zusammenfassung

Innerhalb von 70 Jahren hat die deutsche Alterssicherung einen Paradigmenwechsel vom Bismarck’schen Modell der umlagefinanzierten Rentenversicherung zum liberalen Mehrsäulenmodell vollzogen. Unter den gegebenen fiskalischen Restriktionen und angesichts zukünftiger demografischer Alterung wurde das Ziel einer lebensstandardsichernden Rente auf staatliche und private Säulen verlagert. Die freiwillige kapitalgedeckte Riester-Rente kann die zukünftige Rentenlücke nur unzureichend schließen. Zudem hat die jüngste Finanzmarktkrise auch die Grenzen einer kapitalgedeckten Altersvorsorge aufgezeigt. Und nicht zuletzt bedarf auch die betriebliche Altersvorsorge einer tarifpolitischen Weiterentwicklung, um zukunftsfähig zu sein. Die bisherigen Reformen wappnen nur ungenügend gegen die Risiken steigender Altersarmut in einer flexibleren Arbeitsgesellschaft. Eine bessere Mindestsicherung in der Rentenversicherung und eine breitere Deckung der Zusatzversorgung sind unabdingbar, um eine sozial und politisch nachhaltige Altersversorgung zu erreichen.

Abstract

Within seven decades, the German system of old-age security has undergone a paradigm shift from the Bismarckian model of pay-as-you-go pension insurance to the liberal multi-pillar model. Under the given fiscal constraints and facing future demographic ageing, the aim of guaranteeing living standards in old age has been shifted from state to private pillars. The voluntary -pre-funded “Riester” pension cannot sufficiently close the future pension gap. In addition, the recent financial market crisis has also shown the limits of funded pensions and occupational pensions require further expansion by the social partners to withstand challenges. The pension reforms thus far have been insufficient to protect against the increasing poverty risks among older people in a more flexibilised working society. A better minimum income protection within the pension insurance scheme and a broader coverage of supplementary pensions is needed to achieve both social and political sustainability in the future.


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