WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2018

Anja Weiß

Globale Ungleichheiten und das Schließen und Öffnen nationaler Grenzen


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 5/2018, Seiten 392–400

Zusammenfassung

Bisher werden globale Ungleichheiten überwiegend durch den Vergleich von Durchschnittseinkommen zwischen Ländern erforscht. Im Kern ist die Soziologie sozialer Ungleichheiten aber nicht an Einkommen, sondern an den Lebenschancen interessiert, die durch Einkommen ermöglicht werden. Da Lebenschancen relational zu Kontexten entstehen, in denen Ressourcen zum Einsatz kommen, sollte sich die Soziologie stärker mit ungleichheitsrelevanten Kontextrelationen beschäftigen. Das Ringen um den Erhalt vorteilhafter Kontexte oder um den Zugang zu diesen stellt eine wesentliche Strukturdimension sozialer Lagen dar, die begrifflich als „sozial-räumliche Autonomie“ gefasst wird. In der Tradition einer kritischen, aber normativ enthaltsamen Sozialwissenschaft argumentiert der Beitrag, dass sich Konflikte um Grenzschließungen und das Erstarken des Rechtspopulismus im Norden nur verstehen lassen, wenn die Struktur globaler Ungleichheiten und insbesondere die Bedeutung sozial-räumlicher Autonomie berücksichtigt werden.

Abstract

Global inequalities are typically assessed on the basis of income differentials between countries. Yet, sociological inequality research is not interested in income as such, but in the capabilities that result from financial resources. Capabilities or life chances depend on the relations between resources and contexts in which resources are recognised and valued. Hence, a better sociological understanding of context relations and their impact on global inequalities is required. The struggles about access to contexts and about closure of advantageous contexts is an essential structuring force of global inequalities, here termed as social-spatial autonomy. In the tradition of critical social science, the paper argues that conflicts about border closure as well as the rise of right-wing populism in the Global North can only be understood if the structure of global inequalities and, in particular, the importance of social-spatial autonomy are taken into account.

 


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