WSI-Mitteilungen Ausgabe 08/2017

Martin Seeliger

Funktioniert die europäische Lohnkoordinierung? Befunde aus der deutschen Metall- und Elektroindustrie


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WSI-Mitteilungen 8/2017, Seiten 566–576

 Zusammenfassung

 Durch die Vereinheitlichung nationaler Währungen kommt der Lohnpolitik unter dem Euroregime eine Schlüsselbedeutung für die Gewährleistung nationaler Wettbewerbsfähigkeit zu. Seit Mitte der 1990er Jahre sind Gewerkschaften dieser Herausforderung mit Initiativen zur internationalen Lohnkoordinierung begegnet. Die Lohnentwicklung im Einklang mit Produktivität und Inflation soll Unterbietungswettbewerb verhindern und makroökonomische Stabilität gewährleisten. Unter Bedingungen institutioneller Heterogenität nationaler Lohnfindungssysteme und mangelnder tarifpolitischer Durchsetzungsfähigkeit waren diese Initiativen bislang wenig erfolgreich. Gleichzeitig halten die Gewerkschaften an der Notwendigkeit einer europäischen Koordinierung der Tarifpolitik fest. Die deutschen Gewerkschaften zählen dieses Engagement zum zentralen Bestandteil ihres europapolitischen Kerngeschäftes. Diese Ambivalenz versucht der Beitrag auf Basis einer qualitativen Fallstudie der Lohnkoordinierung in der deutschen Metall- und Elektroindustrie zu erklären.

 Abstract

 As a result of European Monetary Union wage developments have gained fundamental importance in the process of safeguarding national competitiveness. Since the mid-1990s, trade unions have met this challenge by establishing initiatives of wage coordination in order to achieve wage development in line with increases in productivity and inflation, thus preventing a race to the bottom and guaranteeing macroeconomic stability. Under conditions of institutional heterogeneity amongst national wage systems and a lack of assertiveness in collective bargaining, trade unions have so far had little success with these initiatives. At the same time, a persisting reference to the importance of wage coordination lies at the heart of European-level trade union cooperation. German trade unions consider this engagement to be a central component of their European core activity. The article analyses this ambivalence on the basis of a qualitative case study with a particular focus on the German metal- and electronics-industry. 


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