WSI-Mitteilungen Ausgabe 08/2017

Stephanie Matthes, Joachim Gerd Ulrich

Veränderungen regionaler Ausbildungsmarktlagen durch mobile Jugendliche


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WSI-Mitteilungen 8/2017, Seiten 577–586

Zusammenfassung

 Eine höhere Mobilität der Jugendlichen gilt als ein Schlüsselfaktor, um Passungsprobleme zwischen Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage in den Regionen zu lösen. Wie stark allerdings mobile Jugendliche schon heute zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage beitragen, ist unklar. Denn in den amtlichen Angebots-Nachfrage-Relationen schlägt sich bereits das Resultat der Mobilität nieder. Der Beitrag widmet sich deshalb der Konstruktion eines Indikators, der die von Mobilität noch unbeeinflussten Marktverhältnisse widerspiegelt und somit als Referenz dienen kann, um mobilitätsbedingte Veränderungen zu messen. Erste Analysen deuten auf eine ausreichende Validität des neuen Indikators hin. Demnach sind in vielen Regionen die offiziell guten Angebots-Nachfrage-Relationen allein der Abwanderung der Jugendlichen zu verdanken. Andererseits werden in einigen Großstädten ursprünglich sehr gute Versorgungsverhältnisse durch starke Zuströme aus dem Umland ins Gegenteil verkehrt. Programme zur Förderung des Ausbildungsangebots sollten deshalb zum Teil auch Regionen einbeziehen, in denen die Marktlage als gut gilt.

Abstract

 The increasing mobility of young people on the labour market is considered to be one of the key factors to solving the problems between supply and demand on regional training markets. However, the extent to which mobile young people already specifically contribute to the balance of supply and demand is unclear, since the official market indicator already reflects the mobility-influenced training market conditions. Therefore, this article is devoted to the construction of an indicator which shows the market conditions still unaffected by mobility. By comparing both indicators, the mobility effects can be measured quite accurately. First analyses indicate that the new indicator is sufficiently valid. According to this, in many regions, the officially favourable supply-demand ratios are in fact mainly due to the mobility of the young people who search and find their training place elsewhere. On the other hand, in some large cities, originally very good supply-demand ratios are reversed by the influx of many commuters from the surrounding areas. Programmes for the promotion of training places should therefore also partly include regions in which the official supply-demand ratio is considered to be good. 


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