WSI-Mitteilungen Ausgabe 07/2017

Thorsten Schulten, Torsten Müller

Living wages – normative und ökonomische Gründe für einen angemessenen Mindestlohn


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WSI-Mitteilungen 7/2017, Seiten 507–514

Zusammenfassung

Seit den 1990er Jahren sind weltweit so genannte Living-Wage-Initiativen entstanden, die für eine substanzielle Erhöhung von Mindestlöhnen eintreten. Während Mindestlöhne in vielen Ländern auf einem sehr niedrigen Niveau und mitunter sogar unterhalb des Existenzminimums liegen, geht die Idee des living wage von dem Recht auf einen Lohn aus, der nicht nur die physische Reproduktion, sondern auch eine soziale und kulturelle Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Ausgehend von einer historischen Rekonstruktion des Living-Wage-Konzepts analysiert der Beitrag die jüngeren Living-Wage-Initiativen, die vor allem in den USA und Großbritannien entstanden sind, und erläutert am britischen Beispiel die unterschiedlichen Kalkulationsmöglichkeiten eines living wage. Abschließend gehen die Autoren der Frage nach, ob auch in Deutschland die Idee eines living wage zukünftig stärker an Bedeutung gewinnen könnte.

Abstract

Since the 1990s, ‘living wage initiatives’ have emerged around the globe, seeking to substantially increase minimum wages. While minimum wages are often set at a very low level—sometimes even below the subsistence level—the idea of a living wage is based on the assumption that everyone has the right to a wage which allows not only physical reproduction, but also enables participation in social and cultural life. Drawing on a historical account of the living wage concept, this article analyses recent living wage initiatives in the USA and the UK, and—based on the UK experience—explains different methodologies behind the calculation of living wages. Finally, the authors explore the extent to which the living wage concept might gain importance in the German debate.


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