WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2017

Stephanie Beyer, Nilgun Massih-Tehrani

Die Bedeutung von Auslandsaufenthalten auf dem Weg zur Professur – Drei Karrieresysteme im Vergleich


Die WSI-Mitteilungen sind über den Nomos-Verlag erhältlich.

WSI-Mitteilungen 5/2017, Seiten 330–339

Zusammenfassung

Im Kontext der Internationalisierung von Wissenschaft und der zunehmenden Relevanz von Rankings orientieren sich Reformen im europäischen Hochschulraum vor allem am US-amerikanischen System. Als ein Resultat dieser Entwicklung wird es für den Karriereerfolg europäischer Nachwuchswissenschaftler zunehmend wichtiger, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren – vorzugsweise an einer englischsprachigen Eliteuniversität. Die Bedeutung von Auslandsaufenthalten ist jedoch auch von den nationalen akademischen Karrieresystemen und der jeweiligen Wissenschaftstradition einer Disziplin geprägt. In diesem Beitrag untersuchen die Autorinnen Auslandsaufenthalte von Wissenschaftlern des Fachs Soziologie in Deutschland, Frankreich und den USA. Die Ergebnisse veranschaulichen, dass sich die Bedeutung von Auslandsaufenthalten stark unterscheidet. Anhand von Netzwerkanalysen wird gezeigt, dass solche Aufenthalte in der Phase zwischen Promotion und erster Professur insbesondere in der deutschen Soziologie von zentraler Bedeutung sind, während sie in Frankreich bisher kaum eine Rolle spielen und US-amerikanische Soziologieprofessoren meist erst ins Ausland gehen, nachdem sie eine Professur auf Lebenszeit erreicht haben.

Abstract

In the context of the internationalisation of science and the increasing relevance of rankings, reforms of European academic systems are orienting towards the US model in particular. As a result, in the pursuance of a successful career in academia, increasing numbers of young European scholars are taking a visiting position at a foreign university – preferably at an elite university in the English speaking world. The relevance of study-related stays abroad depends on the national academic system as well as on the traditions within a given discipline. In this article the authors analyse visiting appointments of sociologists in Germany, France and the United States of America. The results make it clear that the relevance of stays abroad differs widely. Using network analysis the authors illustrate that stays abroad (in the career stage between gaining a PhD and the first tenured professorship) are of crucial importance in Germany whereas they do not play a significant role in France. US sociologists usually take a visiting position abroad after having achieved tenure.

 


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