WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2017

Nadine Bernhard, Justin J.W. Powell

Institutionelle Durchlässigkeit im Bildungs- und Wissenschaftssystem in Deutschland und Frankreich


Volltext (pdf)

WSI-Mitteilungen 5/2017, Seiten 340–347

Zusammenfassung

Dieser Beitrag analysiert, wie sich institutionelle Durchlässigkeitsstrukturen zwischen Berufs- und Hochschulbildung auf der Ebene von Regelungen in Deutschland und Frankreich in den Jahren 2000 bis 2013 geändert haben. Er diskutiert zudem die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund von Fragen sozialer Durchlässigkeit nicht nur für das Hochschul-, sondern auch das Wissenschaftssystem. Da der Studienabschluss als Voraussetzung für den Eintritt in die Wissenschaft gilt, ist Durchlässigkeit zwischen beruflicher und Hochschulbildung auch verknüpft mit der Frage, wer Zugang zum Wissenschaftssystem bekommt und inwiefern durch größere Offenheit die soziale Selektivität der Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verringert werden kann. Durchlässigkeit wird als mehrdimensionales Konzept verstanden und es wird gezeigt, dass in beiden Ländern eine Entwicklung in Richtung größerer Durchlässigkeit festzustellen ist. Infolge der unterschiedlichen Strukturen der Hochschulsysteme ist in Deutschland ein größeres Potenzial, z. B. zur Verringerung sozialer Selektivität beizutragen, zu erkennen als in Frankreich.

Abstract

This article analyses to what extent and in what way changing regulations in Germany and France from 2000 to 2013 have facilitated institutional permeability between vocational and higher education. The authors discuss the relevance of this topic for related questions of social mobility between and within vocational training, higher education, and science systems. Because higher education is prerequisite to accessing scientific careers, the level of permeability between vocational and higher education institutions also has implications for the social selectivity of science. The authors develop a multidimensional conception of permeability that comprises questions of access, recognition, organisational linkages, and learner diversity to explain how and to what extent, in these countries with contrasting education and science systems, permeability has been facilitated. Given the existing higher education structures, such regulative changes have more potential to affect developments – for example, to reduce social selectivity – in Germany than they do in France.

 


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