WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2017

Jan-Christoph Rogge

Karrierewege und -orientierungen in Wirtschaft und Wissenschaft im Vergleich – Ausdifferenzierung vs. Zuspitzung?


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WSI-Mitteilungen 5/2017, Seiten 364–371

Nach Jahren heißer Debatten um die Reform des wissenschaftlichen Berufswegs in Deutschland unternimmt es dieser Beitrag, Zwischenbilanz hinsichtlich der Frage zu ziehen, wie es heute um die Karrierewege und -orientierungen in der deutschen Wissenschaft bestellt ist. Um einer Antwort näher zu kommen, arbeitet der Autor Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Karrierewege und -orientierungen in Wirtschaftskonzernen und wissenschaftlichen Einrichtungen heraus. Dabei zeigt sich, dass in den großen Unternehmen eine – bisweilen noch zaghafte – Ausdifferenzierung von Karrierewegen für akademisch qualifizierte Führungskräfte stattfindet. Dagegen erfährt die Karriere in Hochschulen eine monodirektionale Zuspitzung auf das Karriereziel Professur. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in den Karriereorientierungen der Beschäftigten. Während sich in den Unternehmen drei Typen finden lassen, die sich als Reaktionen auf höchst unterschiedliche Aspekte des strukturellen Wandels lesen lassen, ist das Differenzierungsmerkmal der drei Typen in der Wissenschaft die subjektive Wahrnehmung der individuellen Karriereaussichten unter den Bedingungen des verschärften Konkurrenzdrucks in einem geschlossenen System ohne alternative Laufbahnperspektive.

Abstract

After long years of fierce debate on the reform of academic career paths in Germany this article sums up the current state of academic careers in the country. The author compares and contrasts career paths and orientations in scientific institutions with those in business corporations. The study reveals that a differentiation of career paths is underway in the corporate sector, albeit tentatively, whereas the academic sector focuses more than ever on only one goal, namely obtaining a professorship. This difference in career paths is also reflected in the career orientations of the employees. In companies the author identifies three different types of orientations that can be interpreted as reactions to very different features of the structural changes in the business world. In academia, which is characterised by intense competition among a constantly growing number of academics for an almost stagnant number of permanent posts, three orientations can also be identified. However, they differ from the responses of their peers in business because they are based on subjective perceptions of the likelihood of career success under these conditions.

 


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