WSI-Mitteilungen Ausgabe 04/2017

Martin Brussig, Dominik Postels, Lina Zink

Niedrige Renten trotz langer Versicherungszeiten. Eine empirische Analyse der Risikofaktoren


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WSI-Mitteilungen 4/2017, Seiten 248–258

Gestützt auf kombinierte Daten der Rentenversicherung und der Bundesagentur für Arbeit (BASiD 2007) werden die Faktoren untersucht, die das Risiko erhöhen, trotz langer Versicherungszeiten nur eine Niedrigrente (hier: max. 10 % oberhalb des sächlichen Existenzminimums) zu erhalten. Dabei werden erstmals auf der Grundlage von Prozessdaten die Auswirkungen von niedrigen Arbeitszeiten einerseits und niedrigen Einkommen andererseits getrennt analysiert. Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen zu den Einflussfaktoren auf die Rentenhöhe, wonach lange Beitragszeiten in versicherungspflichtiger Beschäftigung und hohe Einkommen das Risiko verringern, nur eine niedrige Rente zu erhalten. Lange Arbeitszeit hat davon unabhängig einen eigenständigen Effekt zur Verringerung des Risikos. Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus die Bedeutung des sozialen Ausgleichs in der Rentenversicherung. Beispielsweise verringert sich das Niedrigrentenrisiko bei Zeiten von Arbeitslosigkeit, wenn sie durch den Bezug von Arbeitslosengeld abgesichert sind. Zur Vermeidung von Niedrigrenten sind daher die Erwerbsteilhabe als vorsorgendes und der soziale Ausgleich als nachsorgendes Element zu stärken.

Abstract

Based on combined data from the German Pension Insurance Fund and the Federal Employment Agency (BASiD 2007) we analyse factors which increase the risk of receiving a low pension despite long periods of insurance. We define a low pension as being a pension entitlement which is not more than 10 percent above subsistence level. In this study, on the basis of process data, the effects of low wages on the one hand and low working hours on the other are analysed separately for the first time.
The results confirm previous studies on risk factors for pension entitlements by showing that long periods of contribution in employment subject to social security contributions and high incomes decrease the risk of receiving a low pension. Long working hours have a positive effect on pension entitlements independent of hourly wages. The results also show how important redistributive rules within pension insurance law are. For instance, times of unemployment affect the risk of a low pension less when they are covered in the insurance record through receipt of unemployment benefit. To prevent low pensions, it is therefore necessary to strengthen both employment participation as a proactive element and redistribution in the pension insurance as a retroactive one.

 


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