WSI-Mitteilungen Ausgabe 04/2017

Peter Ellguth, Susanne Kohaut

Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2016


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WSI-Mitteilungen 4/2017, Seiten 278–286

In dem Beitrag wird zunächst die Tarifbindung der Betriebe anhand der aktuell im IAB-Betriebspanel verfügbaren Daten in ihrer Verteilung nach Branche, Betriebsgröße und Bundesland dargestellt. Danach arbeiteten 2016 rund 51 % der westdeutschen und etwa 36 % der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die einem Branchentarif unterliegen. Seit 1996 hat die Flächentarifbindung in beiden Landesteilen eine deutlich rückläufige Tendenz, auch wenn die Entwicklung in jüngster Zeit weniger eindeutig verläuft.
Auf der betrieblichen Ebene wird die Verbreitung sowohl von Betriebsräten als auch von betriebsspezifischen Mitarbeitervertretungen betrachtet: 43 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Westdeutschlands und 34 % Ostdeutschlands können über einen Betriebsrat verfügen. Auch hier ist in der langen Sicht ein abnehmender Deckungsgrad zu konstatieren. Zu alternativen betrieblichen Vertretungsformen liegen Informationen seit 2004 vor. Diese Einrichtungen zeigen nicht annähernd die gleiche Stabilität, wie dies die Institution des Betriebsrats auszeichnet. In der gemeinsamen Betrachtung der betrieblichen und sektoralen Ebene der Interessenvertretung wird vor allem auf die ausgedehnten betrieblichen Vertretungslücken sowie die „weißen Flecken“ in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft hingewiesen.

Abstract

In this article we present the dispersion of collective bargaining agreements according to firm size, industries and federal states using the latest data from the IAB establishment panel. In 2016 about 51% of the workforce in west and 36% in east Germany were employed in firms bound to collective agreements. Since the beginning of data collecting in 1996 coverage has distinctly declined, although during recent years the development has been less clear cut. An examination of co-determination at the plant level reveals that coverage by works councils had hardly changed since 2015, with 43% of the workforce in the private sector of west Germany and 34% in east Germany. However, over a longer period of time a distinct downward movement is also apparent here. Since 2004 data on alternative means of representation has been available but those facilities are far less stable than works councils. Examining both levels of employee participation, we mainly address the extensive representation gaps relating to co-determination on the shop floor and also those areas with no collective agreement at all.

 


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