Strukturwandel in der Druckindustrie

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Abgeschlossen

Projektende: 30.09.2013

Projektnummer: 2013-625-1

Projektziel:

Die Druckindustrie ist in den letzten zehn Jahren durch einen grundlegenden Strukturwandel gekennzeichnet, der zu einem starken Rückgang der Arbeitsplätze geführt hat. Besonders betroffen sind der Illustrationstiefdruck und der Rollenoffsetdruck. Diese Teilbranchen werden im Forschungsvorhaben auch im Hinblick auf eine eventülle Substition durch den Digitaldruck vertiefend betrachtet.

Veröffentlichungen:

Michel, Lutz P., 2013. Strukturwandel in der Druckindustrie. Eine Branchenanalyse zur Ermittlung der strukturellen Veränderungen in beschäftigungsintensiven Teilbranchen der Druckindustrie, Essen, 47 Seiten.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die zunehmende Substitution von Druckmedien durch das Internet hat in den letzten zehn Jahren zu einem starken Rückgang der Arbeitsplätze in der Druckindustrie geführt. Diese Entwicklung hat sich zwar in jüngster Zeit etwas entspannt, dennoch sind Nachrichten über Insolvenzen und Standortschließungen weiterhin an der Tagesordnung. Eine besondere Bedeutung für den Arbeitsmarkt kommt derzeit den etablierten Teilbranchen Illustrationstiefdruck und Rollenoffsetdruck sowie dem neu entstandenen Segment des Digitaldrucks zu. Diese Teilbranchen bzw. Marktsegmente der Druckindustrie werden im Forschungsvorhaben vertiefend betrachtet. Dabei werden die aktüllen und absehbaren mittelfristigen Veränderungen in den ausgewählten Teilbranchen der Druckindustrie analysiert.

2. Fragestellung

Die Schließung von Druckereien und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen hat innerhalb eines Jahrzehnts (2000 bis 2011) zu einem Abbau von knapp 30 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Druckindustrie geführt. Vor diesem Hintergrund muss ein genaür Blick auf die aktüllen Verwerfungen in der Druckbranche vor allem die Frage nach den Entwicklungen am Arbeitsmarkt beantworten: Welche Teilbranchen verlieren besonders stark durch Schließungen, bei welchen sind eher Rationalisierungsverluste zu erwarten - und wo kann es zu Verschiebungen zwischen Teilbranchen kommen, die Beschäftigten aus einer rückläufigen Teilbranche Chancen in einer anderen, wachsenden Teilbranche bieten?

3. Untersuchungsmethoden

Die Studie stützt sich auf ein bewährtes Methodendesign, das quantitative und qualitative Verfahren integriert. Im quantitativen Teil werden auf Basis öffentlich zugänglicher Daten Fakten und Indikatoren zur Entwicklung der Druckindustrie, insbesondere für die Teilbranchen "Rollenoffsetdruck", "Illustrationstiefdruck" und "Digitaldruck" zusammentragen und interpretiert. Die Statistiken werden u.a. im Hinblick auf die folgenden Aspekte analysiert: Anzahl der Betriebe nach Bundesländern; Anzahl der Beschäftigten und Beschäftigtenstruktur nach Bundesländern; Ausbildungsverträge; Einkommensentwicklung; Umsätze und Exporte; Produktivität; Investitionen.

Im qualitativen Teil der Studie werden auf Basis einer umfassenden Literatur- und Internetrecherche sowie Leitfaden-gestützter Interviews mit ausgewählten Expertinnen und Experten Trendaussagen zur aktüllen und künftig absehbaren Entwicklung in den Teilbranchen Rollenoffsetdruck und Illustrationstiefdruck sowie zum Digitaldruck formuliert.

4. Darstellung der Ergebnisse

- Die sekundärstatistische Analyse zur Entwicklung der Druckindustrie in den letzten 5 bis 10 Jahren hat zum Ergebnis, dass diese Branche in Deutschland kontinuierlich an Unternehmen eingebüßt hat, das Realeinkommen der Beschäftigten sinkt und die Zahl der Beschäftigten wie der Auszubildenden von Jahr zu Jahr rückläufig ist.

- Am Werbemarkt sinkt der Anteil der Printprodukte, während die elektronischen Medien stabile Werte aufweisen und das Internet sehr starke Zuwächse verzeichnet.

- Von den beiden im Fokus der Studie stehenden Druckverfahren hat der Rollenoffsetdruck seine Position auf Kosten des Tiefdrucks in etwa halten können.

- Die befragten Experten werten die Entwicklung der letzten fünf Jahre als Zeichen einer Strukturkrise der deutschen Druckindustrie.

- Der Tiefdruck wird weiter an Marktanteilen verlieren und durch den Rollenoffsetdruck substituiert.

- Der Digitaldruck wird an Bedeutung zunehmen, vor allem bei kleinen Auflagen sowie bei der Individualisierung der Druckprodukte.

- Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt werden durch einen weiteren Beschäftigungsrückgang gekennzeichnet sein. Durch die zunehmende Automatisierung betrifft dies vor allem ungelernte Kräfte.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Lutz P. Michel

MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung

michel@mmb-institut.de

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

marc-schietinger@boeckler.de

Newsletter mit Ihren Themen

Bleiben Sie informiert: Neueste Forschungsergebnisse und Infos zu den Themen Mitbestimmung, Arbeit, Soziales, Wirtschaft. Unsere Newsletter können Sie jederzeit abbestellen.

Der Beitrag wurde zu Ihrerm Merkzettel hinzugefügt.

Merkzettel öffnen