Positive gesamtwirtschaftliche Effekte des gesetzlichen Mindestlohns - eine ökonometrische Analyse

Herzog-Stein, Alexander / Logeay, Camille / Nüß, Patrick / Stein, Ulrike / Zwiener, Rudolf

Reihe: IMK Report, Nr. 141.
Düsseldorf:  2018, ISSN: 1861-3683. 20 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Mit den empirischen Analysen zu den gesamtwirtschaftlichen Effekten der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland versucht das IMK, die eingetretenen kurzfristigen und die noch zu erwartenden mittel- bis langfristigen Wachstums-, Preis- und Beschäftigungseffekte mit Hilfe eines makro-ökonometrischen Modells zu ermitteln. Das Ergebnis: Das Wirtschaftswachstum wurde durch die Einführung des Mindestlohns tendenziell angeregt. Dies geschah im Wesentlichen über die höheren Löhne der Mindestlohnbegünstigten und einen ausgelösten Spillover-Effekt auf angrenzende Lohngruppen. Insbesondere profitierten dabei Personen, die mit ihrer geringen Sparquote für eine besonders starke Steigerung des realen privaten Verbrauchs sorgten. Die ausgelösten Preissteigerungen waren im gesamtwirtschaftlichen Maßstab vernachlässigbar gering. Gleichzeitig gab es einen nennenswerten Struktureffekt weg von Minijobs hin zu zusätzlicher sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, bei der sich das Arbeitsvolumen in Stunden kaum veränderte. Eine nur auf die kurze Frist angelegte VAR-Analyse identifiziert für 2015 einen signifikanten positiven Lohneffekt, erwartungsgemäß positive (aber nicht signifikante) gesamtwirtschaftliche Preiseffekte und einen deutlich positiven, aber nicht signifikanten Effekt auf die Beschäftigung. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat mit dazu beigetragen, dass Deutschland auf einen stabileren Wachstumskurs eingeschwenkt ist, der nicht nur auf Exporterfolgen, sondern auch auf einem stabilen Wachstum der Binnennachfrage, dank einer besseren Lohnentwicklung, beruht.



Abstract:


With the empirical analyses of the macroeconomic effects of the introduction of the statutory minimum wage in Germany, the IMK tries to determine the short-term and expected medium- to long-term growth, price and employment effects with the help of a macro-econometric model. As a result, economic growth tended to be stimulated by the introduction of the minimum wage. This was mainly due to the higher wages of the minimum wage beneficiaries and a spillover effect on adjoining wage groups. In particular, this benefited people whose low savings rate led to a particularly strong increase in real private consumption. The price increases triggered were negligible on a macroeconomic scale. At the same time, there was a significant structural effect away from mini-jobs towards additional employment subject to social security contributions, while the volume of work hardly changed in hours. A short-term VAR analysis identifies a significant positive wage effect for 2015, positive (but not significant) overall economic price effects as expected and a clearly positive but not significant effect on employment. The introduction of the statutory minimum wage has helped Germany to embark on a more stable growth course based not only on export success but also on stable growth in domestic demand thanks to better wage development.



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