Wird der Eurokurs manipuliert?

Tober, Silke

Der Euro im Spannungsfeld abweichender Ausrichtungen von EZB und Federal Reserve. Reihe: IMK Report, Bd. 122.
Düsseldorf:  2017, ISSN: 1861-3683. 14 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Der schwache Euro ist nicht Resultat von Währungsmanipulation, sondern Folge der Wirtschaftspolitik im Euroraum, die seit der internationalen Finanzkrise nicht expansiv genug und zeitweise sogar restriktiv war. Während die US-Wirtschaft mittlerweile nahezu voll ausgelastet ist, bleibt die Produktion im Euroraum erheblich unter ihren Möglichkeiten und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Vor diesem Hintergrund konnte die US-amerikanische Federal Reserve aus der Nullzinspolitik aussteigen. Die Fed befindet sich in einer Phase moderater geldpolitischer Straffung, die die Europäische Zentralbank (EZB) noch gar nicht in Erwägung ziehen kann. Entsprechend haben die höheren Zinsen und die Erwartung weiter steigender Zinsen in den USA Portfolioumschichtungen zugunsten von US-Anlagen bewirkt und den Außenwert des Euros geschwächt.Wenn es nicht gelingt, bessere Lebensverhältnisse für die Menschen aller Euroländer in Aussicht zu stellen, droht die Währungsunion zu scheitern. Die hohe Arbeitslosigkeit, die wieder steigenden Renditedifferenziale - trotz massiver Staatsanleihenkäufe der EZB - und die hohen Target2-Salden zeigen einen weiterhin dringenden Handlungsbedarf an. Die Vorteile eines gemeinsamen Währungsraums können nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn nicht nur die Währung stabil ist, sondern auch die Staatsanleihen als sicher gelten.



Abstract:


The current weakness of the euro is not the result of currency manipulation but rather of the euro area's past and current economic policies. Since the onset of the international financial crisis, economic policy has not been expansionary enough and, at times, was even restrictive. Whereas the U.S. economy is nearly at full capacity, output in the euro area remains substantially below its potential level and unemployment is high. Consequently, the Federal Reserve is in the process of moderately tightening its expansionary stance, which is something the ECB cannot even consider doing at this point. Higher interest rates in the U.S. and the expectation of rising rates triggered portfolio adjustments towards U.S. assets and weakened the external value of the euro.The monetary union may fail if it proves impossible to better the economic outlook for all euro area countries. High unemployment, yield spread that are rising once again - despite the Eurosystem's massive securities purchases - and high TARGET2-balances indicate an urgent need for action. The full benefits of a common currency area can be reaped only if in addition to the euro being a stable currency, all euro area government bonds are viewed as "safe" assets.



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