Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung 2018 im europäischen Vergleich

Herzog-Stein, Alexander / Stein, Ulrike / Zwiener, Rudolf

Reihe: IMK Report, Nr. 149.
Düsseldorf:  2019, ISSN: 1861-3683. 23 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Von Mitte der 1990er Jahre bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise fielen die Lohnsteigerungen in Deutschland geringer aus als der gesamtwirtschaftliche Verteilungsspielraum und erfüllten nicht die Kriterien einer makroökonomisch orientierten Lohnpolitik. Die längerfristige Betrachtung der Lohnstückkosten zeigt, dass sich die Entwicklung der Löhne und damit der Arbeitskosten nach der Finanz- und Wirtschaftskrise normalisiert hat, was die deutsche Volkswirtschaft in den letzten Jahren auf einen ausbalancierteren Wachstumspfad geführt hat und in der aktuellen konjunkturellen Wachstumsdelle gesamtwirtschaftlich stabilisierend wirkt. Dadurch wurde die stark unterdurchschnittliche Arbeitskostenentwicklung der 2000er Jahre zum Teil etwas korrigiert, es besteht aber weiterhin Spielraum nach oben. Eine Erosion oder Gefährdung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen ist nicht auszumachen. Im Hinblick auf den Abbau der Ungleichgewichte im Euroraum wäre eine noch etwas dynamischere Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten Jahren hilfreich gewesen. Zwischen 1994 und 2016 haben die mittleren realen Stundenlöhne in Deutschland nicht mit der durchschnittlichen Arbeitsproduktivität je Arbeitnehmerstunde Schritt gehalten. Wesentlich zu dieser Entkopplung haben die Inflationsdifferenz zwischen den Konsumenten- und den Produzentenpreisen, der Rückgang der Lohnquote und der Anstieg der Lohnungleichheit beigetragen.



Abstract:


From the mid-1990s until the financial and economic crisis, wage increases in Germany were lower than the overall cost-neutral scope for nominal pay growth and did not meet the criteria of a macroeconomically oriented wage policy. A longer-term view of unit labour costs shows that wage and labour cost developments have normalised after the financial and economic crisis. This has led the German economy to a more balanced growth path in recent years and is having a stabilising effect on the economy as a whole in the current economic slowdown. As a result, the trend of strongly below-average labour cost growth of the 2000s was partially corrected, but there is still room for improvement. There is no evidence of any erosion or threat to the price competitiveness of German companies. With respect to the reduction of imbalances in the euro zone, an even more dynamic wage trend in Germany in recent years would have been helpful. Between 1994 and 2016, median real hourly wages in Germany did not keep pace with average labour productivity per hour worked. Differences between consumer and producer price inflation, the decline in the wage share and the rise in wage inequality have contributed significantly to this decoupling.



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