Streitfall Fiskalpolitik

Horn, Gustav A. / Gechert, Sebastian / Rietzler, Katja / Schmid, Kai Daniel

Eine empirische Auswertung zur Höhe des Multiplikators. Reihe: IMK Report, Nr. 92.
Düsseldorf:  2014, ISSN: 1861-3683. 13 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Sind fiskalpolitische Maßnahmen geeignet zur Stabilisierung konjunktureller Entwicklungen? Dies hängt ganz entscheidend davon ab, wie eine Volkswirtschaft fiskalische Impulse verarbeitet. Eine systematische Analyse (Meta-Regressions-Analyse) von 104 Studien mit 1069 Auswertungen zur Höhe des Fiskalmultiplikators ermöglicht den Vergleich der Wirkungen verschiedener fiskalischer Maßnahmen. Die Studie erklärt Unterschiede zwischen den in den Studien ausgewiesenen Multiplikatorwerten anhand weiterer Einflussgrößen und bietet eine Reihe klarer Einsichten:

Diskretionäre Fiskalpolitik ist grundsätzlich ein geeignetes Instrument, um eine rezessive oder überschäumende Wirtschaft auf einen stabilen Kurs zu bringen. Diskretionäre Fiskalpolitik sollte daher wieder zum allgemein akzeptierten wirtschaftspolitischen Instrumentarium gehören.

Das Ausmaß der Auswirkungen ist abhängig von der Art der Maßnahme. Entgegen den allgemein verbreiteten Empfehlungen in der Finanzkrise sollten Konjunkturprogramme vor allem in Form höherer Ausgaben umgesetzt werden. Diese sind einnahmeseitigen Maßnahmen überlegen. Öffentliche Investitionen zeigen dabei den stärksten Effekt. Will man umgekehrt die Wirtschaft bremsen, empfehlen sich Ausgabenkürzungen.

Ist die Aufnahme zusätzlicher Staatsschulden durch rechtliche oder ökonomische Zwänge eng begrenzt, bietet es sich an, ein investives Konjunkturprogramm durch höhere Steuern zu finanzieren. Da der Investitionsmultiplikator signifikant über dem Steuermultiplikator liegt, ist mit einem positiven Wachstumsimpuls zu rechnen, der den öffentlichen Haushalt in der Folge sogar entlastet.



Abstract:


Can discretionary fiscal policy stabilise the business cycle? This crucially depends on how fiscal impulses pass through the economy.A systematic meta-regression analysis of 104 studies covering 1069 estimations of the fiscal multiplier allows a comparison of the effects of different fiscal policy actions. The analysis explains differences between reported values of the fiscal multiplier with reference to several control factors and suggests a number of straightforward implications:Discretionary fiscal policy is fundamentally an appropriate way to stabilise a stagnating or booming economy. Discretionary fiscal policy should therefore be reconsidered as part of the standard macroeconomic policy mix.The size of the effects of fiscal policy depends on the respective policy action. Contrary to the recommendations frequently made in the financial crisis, fiscal stimulus should particularly comprise expenditure packages as these actions exhibit significantly stronger effects than measures on the revenue side of the budget. Public investment has the strongest effects. Accordingly, to decelerate the economy expenditure cuts are superior to tax increases. If there are severe legal or economic constraints on increasing public debt, higher public investment should be financed via higher taxes. As the multiplier of public investment exceeds the tax multiplier, the net effect is still positive and the debt-to-GDP ratio may fall due to the induced growth effects.



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