„Zukunftsfähige KI“ - Menschengerechte Gestaltung der MMI

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Abgeschlossen

Projektende: 30.09.2020

Projektnummer: 2019-843-1

Projektziel:

Im Mittelpunkt steht die schrittweise Weiterentwicklung eines Konzepts zur Bewertung einer menschengerechten Gestaltung stark interaktiver künstlicher Intelligenz (KI) bzw. lernender Systeme: „Zukunftsfähige KI“. Es wird ein Analyseinstrument entwickelt unter anderem für Betriebsräte und Beschäftigte, um die Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) bei KI beschäftigtenorientiert mitzugestalten.

Veröffentlichungen:

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Hintergrund sind der hohe Bedarf an Orientierungswissen und Regelungen zu KI sowie aktülle Aktivitäten, die Grundlagen für die Gestaltung von KI-Systemen schaffen (z.B. Gremien, Expertenkreise und Normierungsaktivitäten, wie die BMBF Plattform „Lernende Systeme. Plattform für künstliche Intelligenz“, die Enqüte-Kommission „Künstliche Intelligenz“, die „High-Level Expert Group on Artificial Intelligence“ (EU) oder die „Normen-Roadmap KI“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN)). Ziel ist es, das hier entstehende Wissen aufzugreifen, mit weiterem vor allem auch gewerkschaftlichen Expertwissen zur Arbeitsgestaltung abzugleichen und im Gestaltungsansatz „Zukunftsfähige KI“ zu bündeln. Zugleich bietet das Gestaltungskonzept eine Orientierungshilfe für eine sozial nachhaltige Gestaltung der MMI bei KI bereits in der Entwicklung und – verbunden mit einem Praxisleitfaden – für die betrieblichen Akteure bei der Einführung.

2. Fragestellung

Die Forschungsfragen lauten:

1) Was sind die wesentlichen Kriterien für eine humane, sozial nachhaltige (beschäftigtenorientierte) Gestaltung der MMI bei KI?

2) Wie lassen sich diese bündeln und zu einem validierten Bewertungsinstrument weiterentwickeln?

3) Wie lässt sich das Instrument in die betriebliche Praxis transferieren?

Dazu sollen gängige Kriterien ergänzt und abgeglichen werden mit den neuen Herausforderungen zunehmend inter- und eigenaktiver Technologie sowie eine übergeordnete Bewertungsfolie entworfen werden. Dabei müssen normative Setzungen (z.B. Ethikleitlinien) ergänzt werden durch eine ökonomisch-rationale Grundlage. Diese lässt sich entlang der Frage nach einer komplementären bzw. sozial nachhaltigen Arbeitsteilung zwischen Mensch und KI in der Interaktion entwickeln, die u.a. auf einer systematischen Erfassung der besonderen Eigenschaften, Möglichkeiten aber auch Grenzen und Defiziten von KI Systemen aufbaut.

3. Untersuchungsmethoden

Existierende Gestaltungskriterien und -konzepte (Useability, Human Centered Design, erfahrungsförderliche Technikgestaltung etc.) sowie Normierungsansätzen zu KI werden recherchiert und mit ersten Arbeiten an einem Gestaltungsansatz „zukunftsfähiger KI“ abgeglichen. Wesentlicher Baustein sind dann Interviews und Workshops mit Experten und Expertinnen aus Forschung und der betrieblichen Praxis. Ergebnis ist das Bewertungs- und Gestaltungsinstrument „Zukunftsfähige KI“ (inkl. Leitfaden) mit den drei Dimensionen: 1) konkrete Gestaltungskriterien für die MMI bei KI, 2) ein Bewertungsraster hinsichtlich der Komplementarität und Autonomieverteilung zwischen Mensch und autonomen „intelligenten“ System und 3) Wirkebenen wie Individuum, Technik, MM-Schnittstelle, Betrieb und Gesellschaft zusammenwirken. Dies bietet eine große Chance, Aspekte eines nachhaltigen Umgangs mit Arbeitskraft bereits in den Designanforderungen an KI und deren Einsatz zu verankern (vgl. Gute Arbeit by Design).

4. Darstellung der Ergebnisse

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Norbert Huchler

Institut f. Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. ISF München

Norbert.Huchler@isf-muenchen.de

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

marc-schietinger@boeckler.de

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