Interessenvertretung im Kulturbereich

Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung

Status: Abgeschlossen

Projektende: 31.10.2020

Projektnummer: 2017-330-2

Projektziel:

Das Projekt untersucht die Herausbildung von Interessenvertretungen in einem Arbeitsmarktsegment, das als Prototyp der neuen, flexiblen Arbeitswelt gilt. Im Mittelpunkt steht die freie Kulturszene in Hamburg und Berlin in den Bereichen darstellende Künste und Musik. Es wird auch gefragt, inwieweit Aspekte geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und intersektionale Dimensionen thematisiert werden.

Veröffentlichungen:

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass traditionelle Formen der Interessenvertretung im Kulturbereich an ihre Grenzen stoßen und zugleich kollektive Solidaritätsformen diesseits und jenseits traditioneller Strukturen zunehmen. Jedoch beruht kollektive Solidarität in den Kulturberufen auf labilen Voraussetzungen. Denn Kulturberufe sind kein Feld klassischer Gewerkschaftspolitik und neue Interessenformationen haben aufgrund der strukturell prekären Erwerbssituation im Kulturbereich bislang nur eine geringe Durchsetzungsmacht. Ziel des Forschungsprojektes ist, die Strategien und Ziele von Interessenvertretungen im Kulturbereich zu untersuchen sowie ihre politische und gesellschaftliche Wirkmacht zu beurteilen. Ausgelotet werden zudem Allianzen und Konflikte zwischen den einzelnen Gruppierungen der Interessenvertretung.

2. Fragestellung

Untersuchungsgegenstand sind sowohl die Vertretungsbedarfe der Kulturarbeiter*innen selbst als auch die inhaltlichen Positionen und arbeitspolitischen Strategien von Organisationen und Netzwerken, die in der Interessenvertretung im Kulturbereich aktiv sind. Zentrale Fragen sind: Wie gestaltet sich die kollektive Interessenvertretung in den Kulturberufen? Welche Rückschlüsse lassen die Formen der Arbeitsregulation im Kulturbereich auf den Wandel der industriellen Beziehungen in Deutschland zu? Bildet sich hier womöglich ein Prototyp für die Interessenvertretung der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts heraus?

3. Untersuchungsmethoden

Auszugehen ist davon, dass die Interessenvertretung im Kulturbereich plural organisiert ist. Als Ergebungsinstrumente dienen Dokumentenrecherchen, Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Interessenverbände sowie mit Künstlerinnen und Künstlern aus der freien Kulturszene. Im Hinblick auf die Frage, welche politische Durchsetzungskraft Interessenvereinigungen im Kulturbereich haben, spielt das politische Feld eine wichtige Rolle. Es werden daher auch Experteninterviews mit Vertreter*innen des politischen Feldes sowie mit der politischen Verwaltung erhoben. Als weiteres, methodisches Instrument werden exemplarische Kurzfallstudien ausgewählter Initiiativen erstellt, die auf die Situation von Selbständigen sowie unselbständig Beschäftigten im Kulturbereich zugeschnitten sind.

4. Darstellung der Ergebnisse

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Alexandra Manske

HafenCity Universität Hamburg

dr.a.manske@gmail.com

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

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