Die Verarbeitung der Arbeit im Film

Eine Analyse der kinematografischen Diskurse zur Veränderung des Arbeitens in Europa


Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit

Status: Laufend

Projektende: 30.09.2022

Projektnummer: 2018-772-3

Projektziel:

Das vorliegende Projekt widmet sich der filmischen Diskursivierung arbeitsweltlicher Rekonfigurierungsprozesse, die unter Schlagworten wie ‚Arbeit 4.0‘ gefasst werden. Mit Blick auf das europäische Kino wird herausgearbeitet, wie Filme neuartige Arbeitsverhältnisse und ihre Problemlagen repräsentieren, sie anschaulich und nachvollziehbar machen und welche Sinnangebote sie dabei unterbreiten.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Im Zuge gesellschaftlicher Großentwicklungen wie ‚Globalisierung‘ und ‚Digitalisierung‘ werden auch für die Arbeitswelt grundsätzliche Transformationsprozesse diagnostiziert. Organisationstheoretisch beispielsweise als ‚Arbeitswelt loser Kopplung‘ gefasst und einhergehend mit einer fortgesetzten Erosion des ‚Normalarbeitsverhältnisses‘, stellen solche Prozesse nicht nur Gewerkschaften vor die Herausforderung, sie zu verstehen und gesellschaftspolitische Antworten auf damit einhergehende Problemlagen zu geben. Wie können etwa die Interessen und Bedürfnisse derer artikuliert werden, die nicht mehr klassisch beschäftigt sind? Filmische Bilder, Narrative und Quasi-Argumente sind immer auch mit dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs verbunden, sind von ihm informiert und können auf eine die Arbeitswelt gestaltende Politik rückwirken. Daraus ergibt sich die Relevanz filmtheoretisch informierter, analytischer Untersuchungen der kinematografischen Diskursivierungen jenes Feldes.

2. Fragestellung

Vor allem mit Blick auf filmische Diskurse der Globalisierung der Arbeitswelt, ihre Entgrenzung, Digitalisierung und Automatisierung soll geklärt werden, mit welchen Verfahren und Erzählstrategien Spiel- und Dokumentarfilme arbeitsweltliche Wandlungsprozesse reflektieren, welche Identifikations- und Sinnangebote sie dabei machen, auf welchen Prämissen sie basieren und welche Quasi-Argumente sie artikulieren. Wie organisieren Filme darüber hinaus rhetorisch den Bereich ihrer gesellschaftlichen Verweise und welche Schlüsse suggerieren sie? Und wie werden diese Schlüsse schließlich über die Organisation von Nähe- und Distanzverhältnissen zu filmischen Figuren nahegelegt? Die Beantwortung dieser Fragen erfolgt entlang der skizzierten semantischen Felder und Anhand von Beispielen themenrelevanter europäischer Filme der letzten 25 Jahre.

3. Untersuchungsmethoden

Filme als Diskurse – nicht als Abbilder oder Widerspiegelungen sozialer Realität – zu behandeln erlaubt es, sie als Orte kultureller Bedeutungsproduktion zu analysieren, die in Austauschprozessen mit anderen Diskursformen stehen. Dieser Ansatz ermöglicht zudem, die Filme gezielt auf explizite und implizite Prämissen und Quasi-Argumente hin zu analysieren, ohne dabei die Spezifik der filmischen Strukturen aus dem Blick zu verlieren. Hierzu bedient sich das Projekt bereits etablierter wie noch zu erarbeitender theoretischer Herangehensweisen und Analysemethoden der Filmdiskursanalyse (vielversprechend erscheinen Ansätze der Filmsemiotik und -rhetorik, aber auch transdisziplinäre Ansätze der Diskursforschung), die es erlauben, Mustern filmischer Bedeutungsproduktion, ihrer Affektproduktion und den Arten ihrer (impliziten) Adressierung nachzuspüren.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Guido Kirsten

Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

g.kirsten@filmuniversitaet.de

Christoph Büttner, M.A.

Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

c.buettner@filmuniversitaet.de

Kontakt:

Dr. Barbara Fulda

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

barbara-fulda@boeckler.de

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