Einstellungen zu Gewerkschaften und Mitbestimmung


Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung

Status: Laufend

Projektende: 30.06.3021

Projektnummer: 2018-639-2

Projektziel:

Wie wirkt unterschiedlicher Medienkonsum, vor allem die Nutzung sozialer Medien, auf die Einstellungen zu Gewerkschaften und zur Mitbestimmung der Arbeitnehmer? Wir wollen dies international vergleichend in Deutschland und Australien mit Hilfe einer Online-Befragung von jeweils 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern untersuchen. Dabei sind weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen, etwa die Erfahrungen in der Arbeitswelt und mit Gewerkschaften, die Sozialisation und die Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen, zur Familie etc.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Menschen verbringen immer mehr Zeit mit dem Konsum von Informationen, die über die sozialen Medien vermittelt werden. Daher kann man vermuten, dass das Bild von der Arbeitswelt zunehmend auch von diesen Medien beeinflusst wird. Das Projekt soll Aufschluss darüber geben, wovon es abhängt, was Menschen über wesentliche Institutionen der Arbeitswelt denken: über Gewerkschaften und Mitbestimmung. Wir wollen dies international vergleichend (in Deutschland und Australien) untersuchen, weil man so den Einfluss des Kontextes auf das Denken mit einbeziehen kann. Die Forschungsergebnisse sind unter anderem für die Schul- und Hochschulbildung, aber auch für die Aus- und Weiterbildung wichtig.

2. Fragestellung

Im Einzelnen wollen wir untersuchen:

• Welche Art und Intensität von Mediennutzung und welche Einstellungen und „Bilder“ von Gewerkschaften und Mitbestimmung finden wir vor? Wie hängen Mediennutzung und „Bilder“ zusammen?

• Wie unterscheiden sich Gewerkschaftsmitglieder von Nichtmitgliedern hinsichtlich des Einflusses von Arbeitserfahrungen und Mediennutzung auf die Einstellungen?

• Wie wichtig sind die elterlichen Einflüsse und die Erfahrungen anderer Familienmitglieder für die Einstellungen?

• Welche Bedeutung haben Schule und Ausbildung, auch wiederum relativ zum Einfluss des Medienkonsums?

• Unterscheiden sich die Einstellungswirkungen dieser Einflussfaktoren zwischen den beiden Ländern?

3. Untersuchungsmethoden

In Deutschland und Australien wird mittels einer Online-Umfrage jeweils eine repräsentative (zufällige) Stichprobe von 1000 ArbeitnehmerInnen befragt. Wir verwenden dabei nicht nur die in solchen Befragungen üblichen strukturierten, mit starken Antwortvorgaben arbeitenden Fragen, sondern auch Assoziationsfragen, in denen die Befragten spontan Begriffe zu Gewerkschaften und Mitbestimmung äußern können. Darüber hinaus ist die Studie ländervergleichend angelegt. Wir vergleichen eine typische „Coordinated Market Economy“ (Deutschland) mit einer typischen „Liberal Market Economy“ (Australien). Daher fragen wir genauer nach den Einstellungen zu Gewerkschaften, die in Australien, in denen es keinen Betriebsrat gibt, eine ganz andere Bedeutung für die Mitbestimmung haben als in Deutschland. Auch die Medienlandschaft (vor allem TV- und Printmedien) unterscheidet sich in beiden Ländern erheblich, wir können daher den Medieneinfluss empirisch besser von anderen Einflüssen trennten.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Werner Nienhüser

Universität Duisburg Essen Campus Essen

Lehrstuhl für BWL

werner.nienhueser@uni-due.de

Prof. Dr. Georgina Murray

Griffith University School of Humanities, Languages and Social Science

Prof. Dr. David Peetz

Griffith University Department of Employment Relations

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

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