Neue Digitalisierung im Finanzdienstleistungssektor

Eine empirische Untersuchung aus soziologischer, ökonomischer & juristischer Perspektive.


Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Laufend

Projektende: 31.07.2020

Projektnummer: 2017-442-1

Projektziel:

Der Finanzdienstleistungssektor wurde in der Digitalisierungsforschung bisher wenig beachtet. Dabei forcieren Banken und Versicherungen gegenwärtig Automatisierung, Informatisierung und Digitalisierung – mit potentiellen Veränderungen bei bisherigen Geschäftsmodellen und Beschäftigungsverlusten. Reichweite und Wirkungen einer „neuen“ Digitalisierung in diesem Sektor sind noch weitgehend unklar.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Dienstleistungssektor, auch der Finanzdienstleistungssektor, hat in der Digitalisierungsforschung bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten – der Fokus lag auf „Industrie 4.0“. Dies mag damit zu tun haben, dass Geschäfts- und Arbeitsprozesse gerade auch in Banken und Versicherungen bereits seit längerem zu den am stärksten automatisierten und informatisierten Bereichen zählen. Gegenwärtig forcieren Unternehmen dieser Branchen freilich die Digitalisierung. Wie sich Geschäftsmodelle und -strategien, Geschäfts-, Arbeits- und Innovationsprozesse unter Bedingungen einer ‚neuen‘ Digitalisierung in der Finanz- und Versicherungswirtschaft jedoch konkret verändern und welche Wirkungen dies auf Dienstleistungsprozesse und Dienstleistungsarbeit in den Betrieben hat, ist freilich unklar: vorliegende Prognosen basieren allein auf Expertenmeinungen oder standardisierten Befragungen.

2. Fragestellung

Im Forschungsvorhaben werden Digitalisierungsprozesse in Betrieben des Finanzdienstleistungssektors empirisch analysiert. Dabei betritt das Projekt insofern Neuland, als erstmals arbeitssoziologische, betriebswirtschaftliche und juristische Perspektiven integriert werden. Wichtige Fragen für die empirischen Analysen sind unter anderem:

- Welche Reichweite und Tiefe haben aktuelle Prozesse der Automatisierung, Industrialisierung und Digitalisierung in Banken und Versicherungen?

- Wie entwickeln sich Geschäftsmodelle und -strategien sowie Arbeits- und Innovationsprozesse unter Bedingungen einer ‚neuen‘ Digitalisierung?

- Welche Perspektiven von (qualifizierter) Dienstleistungsarbeit sind mit ggf. neuartigen Digitalisierungstechnologien verbunden?

- Wie wird "digitale" Arbeit von den betrieblichen Akteuren, nicht zuletzt auch von den betrieblichen Interessenvertretungen, bewertet und (mit-)gestaltet?

3. Untersuchungsmethoden

Das Forschungsdesign sieht eine dreistufige, multiperspektivische Vorgehensweise vor:

1. Expertengespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaft ver.di sowie weiteren Branchenexpertinnen und –experten.

2. Betriebliche Fallstudien in verschiedenen Organisationsbereichen aus jeweils drei Unternehmen des Bank- bzw. Versicherungsgewerbes, in denen Digitalisierungsprozesse unterschiedlicher Art stattfinden, bilden den Schwerpunkt der Untersuchung.

3. Präsentation und Diskussion von Untersuchungsergebnissen in teilnehmenden Unternehmen sowie bei den Verbänden.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Berthold Vogel

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität

berthold.vogel@sofi.uni-goettingen.de

Prof. Dr. J. Matthias Graf von der Schulenburg

Leibniz Universität Hannover Institut für Versicherungsbetriebslehre (IVBL)

jms@ivbl.uni-hannover.de

Prof. Dr. Michael H. Breitner

Leibniz Universität Hannover Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)

breitner@iwi.uni-hannover.de

Bearbeiter/in:

Dr. Knut Tullius

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität

knut.tullius@sofi.uni-goettingen.de

Oliver Werth

Leibniz Universität Hannover Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)

werth@iwi.uni-hannover.de

Lisa Kammann

Leibniz Universität Hannover Institut für Versicherungsbetriebslehre (IVBL)

lk@ivbl.uni-hannover.de

Davinia Rodriguez Cardona

Leibniz Universität Hannover Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)

cardona@iwi.uni-hannover.de

Dr. Christoph Schwarzbach

Leibniz Universität Hannover Institut für Versicherungsbetriebslehre (IVBL)

cms@ivbl.uni-hannover.de

Prof. Dr. Felipe Temming

Leibniz Universität Hannover Juristische Fakultät

Gebäude 1502, Raum 935

felipe.temming@jura.uni-hannover.de

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Thomas Haipeter

Universität Duisburg-Essen Institut Arbeit und Qualifikation IAQ

Raum LE 526

thomas.haipeter@uni-due.de

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

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