Arbeiten in Industrie 4.0

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Abgeschlossen

Projektende: 30.04.2015

Projektnummer: 2014-778-1

Projektziel:

Die Expertise richtet sich auf die Frage nach dem Wandel von Industriearbeit unter den Bedingungen der Digitalisierung der industriellen Produktion. Es ist davon auszugehen, dass Industrie 4.0-Systeme im Fall ihrer breiten Durchsetzung die bisherige Landschaft der Arbeit in der Industrie nachhaltig verändern werden und neue Anforderungen an Beschäftigte und Mitbestimmungsträger stellen.

Veröffentlichungen:

Ittermann, Peter, Jonathan Niehaus und Hartmut Hirsch-Kreinsen, 2015. Arbeiten in der Industrie 4.0. - Trendbestimmungen und arbeitspolitische Handlungsfelder, Forschungsförderung Study 1, Düsseldorf, 71 Seiten.

HBS-06303

Ittermann, Peter, Jonathan Niehaus und Hartmut Hirsch-Kreinsen, 2015. Arbeiten in der Industrie 4.0: Trendbestimmungen und arbeitspolitische Handlungsfelder. Abschlussbericht, Dortmund, 60 Seiten.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Hintergrund sind neue technologische Entwicklungen, die im Hinblick auf Reichweite und Konseqünzen für Industriearbeit diskutiert werden sollen: Es werden mit der Digitalisierung der industriellen Produktion insbesondere jene strukturell neuen Entwicklungstendenzen aufgegriffen, die in der ingenieurwissenschaftlichen und innovationspolitischen Debatte in Deutschland seit längerem unter dem Label "Industrie 4.0" thematisiert werden. Abgestellt wird darauf, dass derzeit eine 4. Industrielle Revolution beginne, deren zentrales Merkmal die Vernetzung der virtüllen Computerwelt mit der physischen Welt der Dinge durch den Einsatz von "Cyber-physischen Produktions-Systemen (CPPS)" ist. In diesen Debatten dominiert eindeutig eine technikzentrierte Perspektive, dennoch wird dem Thema Zukunft der Industriearbeit eine wichtige Bedeutung eingeräumt.

2. Fragestellung

Die Expertise fragt - ausgehend von einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Verbreitung von digitalen Technologien in der industriellen Produktion - nach den Entwicklungstendenzen von Industrie 4.0 und dem damit verbundenen Wandel von Produktionsarbeit in seinen verschiedenen Dimensionen. Generelles Ziel der Expertise ist, eine Uebersicht über Forschungsaktivitäten, vorliegende Befunde und arbeitspolitische Herausforderungen zur gegenwärtigen Entwicklungen von Industriearbeit unter den Bedingungen der "Industrie 4.0" zu erstellen. Diese Zielsetzung begründet sich vor allem darin, dass die wissenschaftlichen und anwendungspraktischen Aktivitäten im Feld Industrie 4.0 deutlich zugenommen haben und die einschlägige Diskussion an Breite, aber auch an Komplexität gewonnen hat. Daher ist es insbesondere in arbeitssoziologischer und arbeitspolitischer Hinsicht sinnvoll, kurzfristig ein Ueberblick zum Forschungs- und Entwicklungsstand und den damit verbundenen Herausforderungen zu erstellen.

3. Untersuchungsmethoden

In der Studie wird von einem weiten Begriff von Arbeit bzw. Industriearbeit ausgegangen, der alle direkt und indirekt wertschöpfenden Tätigkeiten in Industriebetrieben umfasst. Grund hierfür ist, dass sich Industrie 4.0-Systeme keineswegs nur auf die Ebene des Shop-floors, sondern auf die gesamte Fabrik- und Arbeitsorganisation bezieht. Die Studie basiert auf:

- Literaturrecherchen: Diese umfassen eine Durchsicht der aktüllen deutschsprachigen und internationalen Literatur u.a. zum Thema Industrie 4.0 sowie die Auswertung der (verstreut vorliegenden) Forschungsergebnisse und Befunde zum Wandel der Industriearbeit unter den Bedingungen der intelligenten Produktion.

- Synoptische Darstellungen: Ferner erfolgt die synoptische Darstellung laufender Forschungsaktivitäten und der Modellprojekte insbesondere mit Blick auf die arbeitsbezogenen Folgewirkungen der Digitalisierung der industriellen Produktion und auf besondere arbeitspolitische Herausforderungen.

4. Darstellung der Ergebnisse

Die konkreten Entwicklungspfade in die Industrie 4.0 sind angesichts des derzeitigen Umsetzungsstandes noch völlig offen und hängen nicht zuletzt entscheidend von der Gestaltung der beteiligten Akteure ab. Die Konseqünzen der industriellen Digitalisierung für Industriearbeit ist ein wichtige Bestandteil der laufenden Debatten. Die vorliegenden Erkenntnisse thematisieren daher mögliche Folgewirkungen:

- Einige Studien richten sich auf generelle Fragen zur Zukunft der Arbeit in der Industrie 4.0. Weitere Studien konzentrieren sich auf die Entwicklung in einzelnen Industriebranchen oder Regionen oder auf die Thematisierung einzelner Handlungsfelder.

- Als zentrale Herausforderungen lassen sich benennen: Substitutionseffekte neuer Technologien und langfristige Beschäftigungsperspektiven, Entwicklungstendenzen in Qualifikations- und Tätigkeitsstrukturen, Entgrenzungsprozesse in industrieller Arbeit und Organisation, neue Formen der Arbeitsorganisation

- In vielen Statements wird den von den Unternehmen eingeschlagenen Entwicklungspfaden die zentrale Bedeutung zugemessen. Auf dieser Basis werden unterschiedliche Szenarien einer künftigen industriellen Arbeitswelt gezeichnet.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen

Technische Universität Dortmund Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie

hartmut.hirsch-kreinsen@tu-dortmund.de

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

marc-schietinger@boeckler.de

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