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Positive Signale von Finanzmärkten und Auslandsaufträgen: IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null

18.01.2017

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, bleibt für das 1. Quartal 2017 auf einem extrem niedrigen Niveau. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von Januar bis Ende März weist der IMK-Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 3,6 Prozent aus, nach 4,0 Prozent im Dezember. Das nach dem Ampelsystem arbeitende Frühwarninstrument ordnet die Situation für die kommenden Monate damit weit im „grünen Bereich“ (keine Rezessionsgefahr bei Werten unter 30 Prozent) ein.

Die günstigen Konjunkturaussichten führt IMK-Außenhandelsexpertin Dr. Sabine Stephan vor allem auf Signale von den Finanzmärkten zurück. So hat sich die Zinsdifferenz zwischen Staats- und Unternehmensanleihen („corporate spread“) in den vergangenen Monaten kontinuierlich verringert. Das deutet auf verbesserte Finanzierungsbedingungen für Unternehmen hin. Auch die Jahresendrally im Deutschen Aktienindex DAX hat sich positiv auf den Indikatorwert ausgewirkt. Hinzu kommt die gute Lage bei Auslandsaufträgen an deutsche Unternehmen.

Die neuen Indikatorwerte stützen die Einschätzung des IMK, dass sich der moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird. In seiner aktuellen Konjunkturprognose geht das IMK davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um durchschnittlich 1,2 Prozent wachsen wird. Dass der Jahresdurchschnittswert niedriger ist als 2016, erklären die Konjunkturforscher in erster Linie mit der größeren Zahl an Feiertagen, die in diesem Jahr auf einen Wochentag fallen. Die konjunkturelle Dynamik hat sich dagegen kaum vermindert.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Weitere Informationen:

Zum IMK-Konjunkturindikator

Zum aktuellen wirtschaftlichen Ausblick für 2017

Kontakt:

Dr. Sabine Stephan
IMK, Expertin für Außenhandel

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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