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Erinnerungspolitik zwischen Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen

: Erinnerungspolitik zwischen Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen

Gewerkschaften und Neue soziale Bewegungen gelten gemeinhin als Gegensätze. Dennoch gab es seit 1968 relevante Verbindungen und Überschneidungen der Felder. Dieses Arbeitspapier fragt danach, wie Erinnerungspolitik an diesen Schnittstellen genutzt wurde, um Kooperationen zu ermöglichen oder auch sich voneinander abzugrenzen.
Im ersten Teil werden Auseinandersetzungen um die vermeintlich richtige Auslegung der Tradition des 1. Mai untersucht. Diente dessen Tradition als Feiertag der Arbeiterklasse den Gewerkschaften noch 1968 dazu, die Studentenbewegung auszuschließen, sahen in den 1970er und 1980er Jahren Linke die Gewerkschaften nicht im Einklang mit der Tradition des immer mehr zum Feiertag der Linken werdenden Tages.
Im zweiten Teil wird untersucht wie Erinnerungspolitik in den 1970er und 1980er Jahren das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Friedensbewegung prägte. 1979 versuchte die DGB-Jugend das immer wichtiger wer-dende Thema Frieden erinnerungspolitisch zu besetzen. Damit setzte sie wichtige Impulse zur Erforschung lokaler Gewerkschaftsgeschichte im Nationalsozialismus, verstrickte sich jedoch zugleich in Auseinandersetzungen um den Hitler-Stalin-Pakt und den Faschismusbegriff. 1983 versuchten Akteur_innen aus der Friedensbewegung durch Erinnerung an antimilitaristische Protesttraditionen der Arbeiterbewegung, Arbeiter zur Beteiligung an zivilem Ungehorsam zu bewegen.
Abschließend folgen kurze Überlegungen dazu, inwiefern Gewerkschaften und andere Akteure für breite Bündnisse gemeinsame Erzählungen brauchen und die Gegenüberstellung alter und Neuer sozialer Bewegungen dem noch immer entgegensteht.

Quelle

Teichmann, Ulf: Erinnerungspolitik zwischen Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen
Arbeitspapier aus der Kommission Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie , 30 Seiten

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