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WSI-Mitteilungen

Christoph, Bernhard : Materielle Lebensbedingungen im Grundsicherungsbezug

Ausgabe 05/2016

WSI-Mitteilungen 5/2016, Seiten 344 – 352

Zusammenfassung

Bei der Untersuchung der materiellen Lebensbedingungen von SGB-II-Leistungsempfängern kann die Verwendung von Einkommensindikatoren in mehrfacher Hinsicht ungünstig sein. So legen z.B. gesetzliche Regelungen die Einkommen im SGB II weitgehend fest, was den Informationsgehalt entsprechender Analysen eher begrenzt. Zudem erfassen einkommensbasierte Maße weder Unterschiede in der Güterausstattung der Haushalte noch in ihren verbliebenen Mitteln – beides Faktoren, die für den Lebensstandard im Leistungsbezug durchaus eine Rolle spielen. Daher werden hier alternative Vorgehensweisen genutzt: die Analyse von Konsumausgaben und ein Deprivationsindikator in der Tradition von Townsend. Interessanterweise weisen beide Methoden einstimmig darauf hin, dass die Leistungen des SGB II ausreichen, die grundlegenden Bedarfe der Leistungsempfänger abzudecken, dass bei der Teilhabe jedoch deutliche Lücken auftreten. Daraus ergibt sich die Frage, inwieweit das SGB II tatsächlich seinen (in § 20, Abs. 1) selbst gestellten Anspruch einlösen kann, neben der Absicherung der alltäglichen Bedürfnisse der Leistungsempfänger auch ihre angemessene Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben zu gewährleisten.

Abstract

When analysing the material living conditions of those receiving benefits according to the German Social Code II (SGB II - the so-called Unemployment Benefit II), the use of income as an indicator might not be unproblematic. First of all, the regulations of the SGB II itself will to a substantial extent predetermine benefit recipients’ income, which limits the information that might be gained by such analyses. Moreover, while both these factors should be highly important for the material living conditions of recipients, income-based measures will neither capture differences in households’ furnishings and equipment, nor will they reflect differences in their remaining resources. Therefore, by looking at consumption expenditure and a deprivation index in the tradition of Townsend the article uses two alternative approaches to analyse the material living conditions of benefit recipients. Most interestingly, both alternative methods unanimously indicate that while SGB-II-benefits should be sufficient to cover recipients’ basic needs, there are gaps in the provision of an adequate level of social and cultural participation.

 

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