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WSI-Mitteilungen

Förster, Christian / Klenk, Johannes : Innovationskraft trotz Vetospieler: Bildungspolitische Reformen im deutschen Föderalismus

Ausgabe 06/2012

WSI-Mitteilungen 6/2012, Seiten 412-418

Zusammenfassung

Die Bildungspolitik gilt als zentrales gesellschaftliches Reformfeld, auf dem erheblicher Problemdruck herrscht. Gleichzeitig sind wichtige Teile der deutschen Bildungspolitik von föderaler Politikverflechtung und dem Aufeinandertreffen mächtiger Vetospieler gekennzeichnet. Diesem Spannungsfeld aus hohem Handlungsbedarf und – unterstellter – Handlungsunfähigkeit geht der vorliegende Artikel nach. Zunächst wird knapp in die Forschungsdebatte zum föderalen Politikprozess eingeführt. Anschließend befassen sich zwei Fallstudien mit bildungspolitischen Reformen der letzten Jahre. Betrachtet werden die Exzellenzinitiative in der Hochschulpolitik und die Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens. An diesen Fällen zeigt sich, dass die föderale Verflechtung Entscheidungsprozesse zwar verkompliziert und verlangsamt, gleichzeitig die Intensität des erreichten Politikwandels aber überraschend steigert.

Abstract

German educational policy is a field in which significant reforms are necessary and where considerable pressure prevails. At the same time areas of education policy, especially higher education and vocational training are examples of joint decision making where actors at state- and federal level have considerable veto-power. The article explores this conflict: on the one hand a widely acknowledged necessity to act and on the other the assumed inability to reform. First, there is a brief overview of the research debate concerning the federal policy process. Two case studies of reform processes in educational policy are then examined; the so-called ‘Excellence Initiative’ in higher education and the reception of the European Qualifications Framework in Germany. These two examples show that the joint decision-making inherent in German federalism not only makes negotiations complicated and slows down the pace, but at the same time, surprisingly, the joint policy process between Bund and Länder enhances the intensity of policy change.

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