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WSI-Mitteilungen

Nowak, Iris / Hausotter, Jette / Winker, Gabriele : Entgrenzung in Industrie und Altenpflege: Perspektiven erweiterter Handlungsfähigkeit der Beschäftigten

Ausgabe 04/2012

in: WSI-Mitteilungen 4/2012, Seiten 272-280

Zusammenfassung

Ausgehend von einem Entgrenzungsbegriff, der die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Lebensbereichen im Blick hat, wird gezeigt, wie Erwerbstätige mit Überlastungen und Unsicherheiten im Lebenszusammenhang umgehen. Ziel ist es, die subjektiven Gründe für die meist individualisierten Umgangsweisen sowie deren Grenzen und Brüche aufzuzeigen. Grundlage ist ein Forschungsprojekt zu subjektiven Verarbeitungsweisen von Altenpflegekräften sowie weiblichen und männlichen Facharbeitern und Ingenieuren eines Industrieunternehmens, die wir im Ergebnis in vier Gruppen einteilen: erstens jene, die sich aktiv und zufrieden in die gegebenen Verhältnisse einpassen. Zweitens jene, die im Konflikt mit belastenden Anforderungen ihre gewünschte Lebensweise verwirklichen. Drittens jene, deren individuelles Handeln sich zwischen Grenzziehung und Ohnmacht bewegt. An einer vierten Gruppe werden Perspektiven, aber auch Problematiken von institutionalisierten kollektiven Handlungsformen im Betrieb deutlich. Abschließend werden Ausgangspunkte für die Entwicklung kollektiver Praxen diskutiert, in denen Menschen ihr Handeln reflektieren und Wege suchen, ihre eigenen Lebensbedingungen mitzugestalten.

Abstract

Iris Nowak, Jette Hausotter, Gabriele Winker
Removing established limitations of employment: perspectives for employees to take action in industry and the geriatric care sector

Based on the concept of the ‘de-limitation of work’ that focuses on the interdependency of the areas of work and private life, we ask how employees cope with insecurity and work overload in their life. As we mostly find individualized coping strategies, we aim to illustrate the underlying subjective motivations, as well as the limitations and weaknesses. Analysis is based on a research project covering both genders in which we explored the coping practices of engineers and skilled workers in international major industrial enterprises and employees in long-term geriatric care institutions. As a result, we differentiate four groups: first those who actively adapt to the given conditions and display satisfaction with the situation. Second, those who achieve their desired way of life despite experiencing conflict with the stressful demands made by the work. Third, the group whose individual strategies range from drawing a line to powerlessness. The fourth group illuminates the perspectives and problems of institutionalized collective forms of taking action within companies. Finally there is a discussion of starting points for collective practices in which employees could design there own living and working conditions.

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