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WSI-Mitteilungen

Ahrens, Daniela / Spöttl, Georg : Attraktivitätsverlust der Berufsbildung?

Ausgabe 08/2014

WSI-Mitteilungen 8/2014, Seiten 645–646

Zusammenfassung

Das Verhältnis zwischen Berufsausbildung und Hochschulausbildung verschiebt sich gegenwärtig zugunsten der Hochschulausbildung. Der durch die europäische Bildungspolitik forcierte Akademisierungstrend sowie die Aufforderung, Ausbildungsentscheidungen so zu treffen, dass lebensbegleitendes Lernen ermöglicht wird und ein Studium dafür eine sehr gute Voraussetzung ist, zeigen Erfolge. Eine Konkurrenzbeziehung zwischen hochschulischer und beruflicher Bildung wäre jedoch dysfunktional und würde die Berufsbildung schwächen. Während die Berufsbildung bei leistungsstarken Jugendlichen an Attraktivität verliert, sind leistungsschwächere Jugendliche sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund für die Berufsbildung aus deren Sicht vielfach unattraktiv. Für die Berufsbildung liegt daher eine zentrale Aufgabe darin, den keinesfalls flächendeckenden Fachkräftemangel als Chance zu nutzen, der Persistenz ungleicher Zugangschancen zur beruflichen Bildung entgegenzuwirken.

Abstract

The relationship between vocational training and university education is currently tilting towards the latter. The trend towards academization fostered by European education policy and the propagation of life-long learning – with a university study being the best prerequisite for this – appear to be successful. However, a competitive relationship between university education and vocational training would be dysfunctional. Vocational training is losing its attraction for high-performing young people, whereas under-performing young persons and persons with migration background are considered unattractive for vocational training. The shortage of skilled workers is not uniformly widespread but it is a key task of vocational training to make use of this shortage to counteract the persistence of unequal entry opportunities into vocational training. 

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