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WSI Verteilungsbericht 2021: Palma-Index

 

Der Palma-Index, der besonders sensitiv auf Veränderungen am oberen Rand der Verteilung reagiert, lag 1991 in Westdeutschland bei 0,83: Das bedeutet, dass der Einkommensanteil des einkommensreichsten Zehntels der Bevölkerung das 0,8-fache des Einkommensanteils der unteren 40 Prozent der Einkommensverteilung ausmacht. Nach einem ersten Anstieg bis 1994 auf 0,91 und einem Rückgang auf 0,85 bis 1999 erreichte der Palma-Index in Westdeutschland sein erstes Maximum von 1,06 im Jahr 2005. Im Zuge der Wirtschaftskrise ging er auf 1,00 zurück und kam nach einem neuerlichen Anstieg 2013 auf einen neuen Höchststand von 1,10. Zwar sank der Wert seit 2016 wieder leicht, aber er liegt am aktuellen Rand noch bei 1,07. Die obersten 10 Prozent erzielen also insgesamt etwas mehr Einkommen als die untersten vier Dezile zusammen. Der Palma-Index für Gesamtdeutschland verläuft bis auf das Jahr 1991 parallel leicht unterhalb des westdeutschen Niveaus.

Der Wert im bundesdeutschen Osten lag mit 0,68 im Jahr 1991 deutlich unter dem Niveau des Westens. Seit 2000 stieg der Palma-Index unter leichten Schwankungen stetig an und erreichte 2016 sein Maximum von 0,92.

Während der stärkste Anstieg im Westen auf den Zeitraum von 1999 bis 2007 konzentriert ist, ist der Palma-Index im Osten stetig über einen längeren Zeitraum hinweg angestiegen.

Download Daten (xlsx)

Weitere Erläuterungen
Dezile: Zehn gleich große Bevölkerungsgruppen vom ärmsten bis zum reichsten Zehntel der Bevölkerung.

Palma-Index: Der Palma-Index gibt das Verhältnis zwischen dem Einkommensanteil des obersten Dezils und dem der unteren vier Dezile an. Er reagiert insbesondere auf Veränderungen am oberen Rand der Einkommensverteilung (Cobham et al. 2015, S. 4).

Quellen
Cobham, A./Schlogl, L./Sumner, A. (2015): Inequality and the Tails: The Palma Proposition and Ratio Revisited. United Nations DESA Working Paper Nr. 143

Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) (2021): Daten für die Jahre 1984-2019, Version 36, SOEP

Kontakt

Ansprechpartnerin für alle Fragen zum Verteilungsbericht 2021 ist Dr. Aline Zucco.

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