zurück

: Hauptherkunftsländer der Entsendungen

Download Grafik (png)
Download plurale Erwerbsformen (pdf)
Download Daten (xls)


Wie die Abbildung zeigt, erfolgt ein Großteil der Entsendungen nach Deutschland aus den neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Im Jahr 2017 waren es 275.376 aus der EU-8 (Estland, Litauen, Lettland, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Rep. Ungarn) und gut 50.000 entsandte Beschäftigte aus den EU-2 (Rumänien, Bulgarien) und Kroatien (HR). Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Entsendung aktuell auch als Mittel genutzt wird um von den vergleichsweise geringeren Sozialversicherungsbeiträgen und niedrigeren Entlohnungssystemen in den neuen Mitgliedstaaten der EU zu profitieren.

Inzwischen wurden diese Probleme auch auf europäischer Ebene erkannt und rechtliche Vorschläge gemacht um sie zu lösen. Zunächst wurde 2014 die Durchsetzungsrichtlinie zur Entsenderichtlinie 2014/67/EU verabschiedet und bis Ende 2016 in den Mitgliedstaaten umgesetzt. Darüber hinaus wurde im März 2016 ein Vorschlag zur Überarbeitung der ursprünglichen Entsenderichtlinie eingereicht um unter anderem die Dauer der Entsendung, sowie auch die Lohnbestandteile für entsandte Beschäftigte genau zu regeln. Im Mai 2018 fand die endgültige Abstimmung die neue Entsenderichtlinie statt und die Mitgliedstaaten haben nun bis Juni 2020 Zeit diese Richtlinie umzusetzen.

Parallel dazu hat die Europäische Kommission einen Verordnungsentwurf zur Einführung einer europäischen Arbeitsbehörde (European Labour Authority: ELA) vorgelegt, um die Zusammenarbeit der Kontrollinstanzen in den Mitgliedstaaten der Union zu verstetigen und zu verbessern. Dies soll auch die Rechte der entsandten Beschäftigten stärken, da grenzübergreifende Fälle mit Hilfe der Agentur schneller und transparenter bearbeitet werden sollen. Im Februar erzielten Kommission, Europäisches Parlament sowie der Rat eine vorläufige Einigung und der aktuelle Fahrplan für die ELA sieht vor, dass sie im Zeitraum 2019 – 2024 sukzessiv  aufgebaut wird. Der Sitz der Behörde wird in Bratislava sein.

 

Literatur

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2016. Migrationsbericht 2015. Berlin: BAMF.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2017a. Freizügigkeitsmonitoring: Migration von EU-Bürgern nach Deutschland. Jahresbericht 2016. Nürnberg: BAMF.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2017b. Wanderungsmonitoring: Erwerbsmigration nach Deutschland. Bericht für das Jahr 2016. Nürnberg: BAMF.

European Commission. verschiedene Jahrgänge. Posting of Workers. Report on A1 Portable Documents. Brussels: European Commission.

Hassel, Anke, und Bettina Wagner. 2018. Die Reform der Entsenderichtlinie: Notwendige Voraussetzung für einen besseren Binnenmarkt. Ifo-Schnelldienst 71:8–12.

ISMERI. 2012. Preparatory study for an Impact Assessment concerning the possible revision of the legislative framework on the posting of workers in the context of the provision of services. Brussels: ISMERI.

Zugehörige Themen

Newsletter mit Ihren Themen

Bleiben Sie informiert: Neueste Forschungsergebnisse und Infos zu den Themen Mitbestimmung, Arbeit, Soziales, Wirtschaft. Unsere Newsletter können Sie jederzeit abbestellen.

Der Beitrag wurde zu Ihrerm Merkzettel hinzugefügt.

Merkzettel öffnen