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Arbeitsmarkt im Wandel: Betriebsräte und die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt 4.0

Wesentliches Problem aus Sicht der Betriebsräte ist die zu geringe Personalausstattung: Als eine der  wichtigsten Herausforderungen für die nächsten Jahre nennen 74 % der befragten Betriebsräte eine  Personalaufstockung, um die tatsächlichen Arbeitsanforderungen auch bewältigen zu können. Besonders in den öffentlichen Dienstleistungen (u.a. Erziehung und Gesundheit) werden die zu geringen Personaldecken kritisiert - verursacht durch Fachkräftemangel korrespondierend mit schlechten Arbeitsbedingungen und ungerechter Bezahlung (vgl. Köllner 2015).

Gleichzeitig sehen Betriebsräte aber auch die Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze als zentrale Zukunftsaufgabe an. Vor dem Hintergrund wiederholter Umstrukturierungen, die oft mit Personalentlassungen oder Versetzungen einhergehen, und dem hohen Rationalisierungspotenzial der Digitalisierung ist dies nachvollziehbar.

Ein wichtiger Punkt ist die Qualifizierung: Es gilt, die Beschäftigten an die Bedarfe des Arbeitsmarktes anzupassen. 69 % der Betriebsräte sehen die Notwendigkeit, die Beschäftigten im Betrieb für das vernetzte Arbeiten zu qualifizieren.

Zwar wird die Arbeitswelt 4.0 gern als zukunftsweisend, human und fortschrittlich beschrieben, mit der auch eine bessere Work-Life-Balance und familienfreundlichere Arbeitsbedingungen ermöglicht werden können. In der betrieblichen Realität ist das nicht immer der Fall: 63 % der Betriebsräte beobachten Schwachstellen. Ein Grund dafür ist die weitere (unkontrollierte) Entgrenzung der Arbeitszeit. Jeder zweite Betriebsrat (52 %) betont, dass das Arbeiten außerhalb der regulären Arbeitszeit begrenzt werden sollte. Weil Arbeitszeitextensivierung bzw. -intensivierung, daraus entstehende Arbeitsbelastungen und betrieblicher Gesundheitsschutz Hand in Hand gehen, wird auch hier Handlungsbedarf gesehen. 58 % der Betriebsräte halten es für notwendig, dass sich der betriebliche Gesundheitsschutz an die veränderten (digitalen) Bedingungen, wie z. B. das mobile Arbeiten und die ständige Erreichbarkeit, anpassen muss.

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