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Arbeitsmarkt im Wandel: Digitalisierung und eigenverantwortliches Arbeiten

Eigenverantwortliches Arbeiten

Betriebsräte bewerten die Digitalisierung der Arbeitswelt zunächst wohlwollend. 40 % verbinden den Einsatz neuer Technologien mit positiven Auswirkungen auf die Beschäftigten und den Betrieb. Tatsächlich ergeben sich Chancen für bessere Arbeitsbedingungen. Neue und bessere Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen den Beschäftigten orts- und zeitflexibles Arbeiten, und damit  mehr Zeitsouveränität und und eine leichtere Verbindung von Lebens- und Arbeitswelt.

Knapp zwei Fünftel der über 2.000 im Jahr 2016 vom WSI befragten Betriebsräte geben an, dass auch die Möglichkeiten eigenverantwortlich zu arbeiten durch die Digitalisierung gestiegen sind (38 %). Das gilt für alle Branchen. Somit stecken in dieser Entwicklung Chancen für die Beschäftigten und viel Potenzial für eine weitere Verbesserung und Humanisierung der Arbeitswelt.

Zeitsouveränität und bessere Vereinbarkeit von Leben und Arbeit

Im Hinblick auf Homeoffice und mobiles Arbeiten werden vor allem mehr Zeitsouveränität, eine bessere Vereinbarung von Leben und Arbeit und die Einsparung von Pendelwegen diskutiert. Trotz dieser gestiegenen technologischen Möglichkeiten ist überraschend, dass mobiles Arbeiten laut Betriebsrätebefragung nur in 13 % der Betriebe verstärkt angeboten und genutzt wird (vor allem im IT-Sektor). Der Anteil von Personen mit der Option auf Home Office liegt unter dem EU-Durchschnitt. Nur 12 % aller abhängig Beschäftigten hierzulande arbeiten überwiegend oder gelegentlich von zu Hause aus, obwohl dies bei 40 % der Arbeitsplätze theoretisch möglich wäre (Brenke 2016). In den meisten Fällen scheitert der Wunsch nach Heimarbeit an den Arbeitgebern. Der Anteil könnte auf 30 % steigen, so Brenke (2016), wenn die Arbeitgeber umdenken würden (ebenda).

Angesichts der Chancen, die mobiles Arbeiten eröffnen könnte, ist zu diskutieren, unter welchen Konstellationen mehr Beschäftigte davon profitieren können und wie mobiles Arbeiten weiter ausgebaut werden kann. Dazu gehört z. B. die Forderung nach mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten und die Forderung, sich kosten- und arbeitszeitneutral weiter zu qualifizieren. Es geht darum, die Gestaltungsspielräume zu nutzen, die sich aufgrund der räumlichen und zeitlichen Disponibilität von vernetzter Arbeit eröffnen (z. B. die Wahl von Arbeitsort und Arbeitszeit).

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