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Preisträgerin Nicole Vorhauer-Huget Stipendien

: Nicole Vorhauer-Huget: Wie industrielle Trocknungsprozesse nachhaltig werden können.

Mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei Stoffumwandlungs- und Produktoptimierungsprozessen ist ihr Ziel.

Was die Himbeere im Müsli mit einem Ziegelstein oder einem Holzpellet gemeinsam hat? Mehr als man denkt, sagt Nicole Vorhauer-Huget – und sie meint damit nicht die Härte oder Geschmacksarmut mancher Trockenbeere. Für die promovierte Verfahrenstechnikingenieurin sind die genannten Dinge zuallererst das Ergebnis eines uralten, aber nichtsdestoweniger verbesserungswürdigen Herstellungsprozesses: der energieintensiven Trocknung poröser Materialien.

„Verfahrenstechnik und verfahrenstechnisches Knowhow  existieren seit mehr als 13.000 Jahren und haben ihre Anfänge vielleicht in der ersten Trocknung und  Haltbarmachung von Lebensmitteln und Baumaterialien“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Otto- von-Guericke-Universität Magdeburg. „Im Laufe der Zeit haben sich viele Prozesse und Methoden etabliert, die aber nicht immer zu einem optimalen Produkt führen oder viel Ausschuss erzeugen.“ Mit ihrer Forschung möchte Vorhauer-Huget dazu beitragen, dass sich das ändert. Mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei Stoffumwandlungs- und Produktoptimierungsprozessen ist ihr Ziel.

Vorhauer-Huget, geboren 1982, stammt aus Magdeburg. Hier hat sie studiert, hier und am Institut National Polytechnique de Toulouse schrieb sie ihre Doktorarbeit, hier leitet die Mutter von zwei Kindern nun seit 2018 die Forschungsgruppe „Transport in Porous Media“. Und hier engagiert sie sich ebenfalls seit langem dafür, dass Frauen wie sie in den immer noch  männerdominierten Ingenieurwissenschaften nicht die Ausnahme bleiben: Vorhauer-Huget ist  Gleichstellungsbeauftragte ihrer Fakultät und organisiert seit 2012 die Ladies Night for Women in Engineering  Sciences – eine Veranstaltung zur Nachwuchsförderung, der auch sie selbst, wie sie berichtet, schon einige praktische Kooperationen verdankt.

In ihrer aktuellen Forschung untersucht die Verfahrenstechnikerin unter  anderem, wie sich eine moderne Mikrowellen- oder Gefriertrocknung auf die mikroskopisch kleine Struktur  poröser Materialien auswirkt und wie sich dadurch das Gesamtergebnis verändert. Und sie entwickelt  Computermodelle, die diese Mikroprozesse vorhersagen können. „Mich fasziniert, dass ich mit meinen Methoden und Modellen Zusammenhänge erklären kann, die auf den ersten Blick nicht sichtbar und manchmal  auch nicht intuitiv sind“, sagt die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin. Das ermögliche nicht nur ein  besseres Prozessverständnis, sondern könne auch den Weg bahnen für neue, ressourcenschonende und  energieeffiziente Technologien. Damit zum Beispiel weniger fossile Rohstoffe verbraucht werden müssen, um Ziegelsteine zu brennen. Damit Impfstoffe – auch sie werden per Gefriertrocknung konserviert – schneller in  großer Menge verfügbar gemacht werden können. Oder eben: damit die Himbeere im Müsli genießbar bleibt.

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