Pressemitteilungen 2018

| 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006

19.11.2018

Neue repräsentative Daten

Rund zehn Prozent der Betriebsräte erleben häufig Behinderungen durch die Chefetage – knapp 60 Prozent beurteilen Verhältnis als gut

Meistens kommen Betriebsrat und Management in deutschen Unternehmen ganz gut miteinander klar. Doch Schikanen gegen Arbeitnehmervertreter, über die in den Medien immer wieder berichtet wird, sind offensichtlich nicht nur Einzelfälle: Rund zehn Prozent der Betriebsräte sehen sich vom Arbeitgeber in ihrer Arbeit „häufig“ behindert, weitere 40 Prozent erleben „manchmal“ Blockaden. Das Verhältnis zur Chefetage bewerten zehn Prozent der Beschäftigtenvertreter in Deutschland nur als „ausreichend“, weitere fünf Prozent sogar als „mangelhaft“. Das zeigen neue Zahlen aus der repräsentativen Betriebsrätebefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Zusammen mit weiteren interessanten Daten zu Mitbestimmung und Arbeitswelt sind sie im neuen Böckler-Portal „Arbeitsmarkt im Wandel“ abrufbar.

Das Engagement von Betriebsräten sorgt für bessere Bedingungen am Arbeitsplatz, auch für mehr Familienfreundlichkeit und betriebliche Weiterbildung oder dafür, dass Urlaub wirklich genommen werden kann. Solche positiven Wirkungen für die Beschäftigten bestätigen zahlreiche wissenschaftliche Studien – und auch, dass davon letztendlich das gesamte Unternehmen profitiert, etwa durch eine höhere Produktivität. Die Mehrheit der Arbeitgeber, in deren Betrieben es eine Arbeitnehmervertretung gibt, scheint sich auch um eine gedeihliche Kooperation zu bemühen: Immerhin beurteilen knapp zehn Prozent der im Jahr 2017 vom WSI befragten Betriebsräte das Verhältnis als „sehr gut“, weitere knapp 50 Prozent als „gut“.

Doch da, wo die Noten 4 oder insbesondere 5 vergeben werden, „darf bezweifelt werden, ob damit noch eine ‚vertrauensvolle‘ Zusammenarbeit möglich ist“, wie sie das Betriebsverfassungsgesetz fordert, schreibt WSI-Forscher Dr. Helge Baumann. Auffallend ist nach Analyse des Experten, dass die Arbeitsbeziehung zwischen Führungsetage und Beschäftigtenvertretung häufiger schlecht ist, wenn das Unternehmen keinen Tarifvertrag hat. In Firmen ohne Tarifregelung sprechen gut 18 Prozent der Betriebsräte von einem „ausreichenden“ oder gar „mangelhaften“ Verhältnis. In Unternehmen mit Tarifvertrag sind es dagegen knapp 11 Prozent.

Die neue WSI-Auswertung gibt auch einen aktuellen Überblick darüber, mit welchen Anliegen Betriebsräte am häufigsten befasst sind. Top-Themen sind – mit über 80 Prozent Nennungen – Arbeitsschutz und Gesundheit. Dabei geht es zunehmend häufig auch um psychische Belastungen durch Arbeitsverdichtung und zu geringe Personalstärke. Zudem ist die Arbeitszeit sehr häufig Thema für Beschäftigte und ihre Vertreter. Dabei geht es ebenso um Überstunden und vom Arbeitgeber betriebene Flexibilisierung wie um Wünsche von Beschäftigten nach flexibleren Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen.

Zum Daten-Portal „Arbeitsmarkt im Wandel“ mit allen Grafiken zu Betriebsräten

Direktlink Grafik Behinderung der Betriebsratsarbeit

Direktlink Verhältnis Arbeitgeber und Betriebsrat

Direktlink Themen der Betriebsratsarbeit

Forschungsüberblick zur Wirkung von Mitbestimmung (pdf)

Kontakt:

Dr. Helge Baumann
WSI

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

zurück

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Durch die Betätigung des Einverstanden-Buttons willigen Sie auch in das durch Facebook Insights getätigte Tracking auf der Facebook Fanpage der Hans-Böckler-Stiftung ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden