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12.09.2017

Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de

Was verdienen Bürokaufleute? Eine Analyse auf Basis von Lohnspiegel-Daten

Kaufmännische Berufe im Büro sind gefragt. Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement lag 2016 an der Spitze der beliebtesten Ausbildungsberufe und dürfte auch im gerade gestarteten Ausbildungsjahr weit vorne landen. Der Bruttomonatsverdienst von Bürokaufleuten beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.411 Euro. In Kleinbetrieben bis zu 20 Beschäftigten, in denen knapp 43 Prozent der Bürokaufleute arbeiten, erhalten sie im Schnitt jedoch nur 2.316 €, während in Betrieben über 500 Beschäftigten im Schnitt 2.731 € verdient wird (siehe auch die Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betrieben wird. Die Auswertung basiert auf den Angaben von 2.028 Bürokaufleuten.

Zu den Aufgaben von Bürokaufleuten gehören kaufmännische Tätigkeiten in Bereichen wie Buchführung, Personalverwaltung oder Rechnungsbearbeitung. Sie koordinieren zudem Termine, bereiten Besprechungen vor oder bearbeiten den Schriftverkehr. Ihr typischer Arbeitsplatz ist die Verwaltungsabteilung von Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche. Zum Ausbildungsjahr 2014/2015 wurde die Ausbildung in den Büroberufen neu geordnet und der Beruf „Bürokaufmann/-frau“ von dem neuen Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“ mit einer 3-jährigen Ausbildungszeit abgelöst. Für diesen Beruf liegen noch keine auswertbaren Daten vor. Die vorliegende Untersuchung bezieht sich deshalb ausschließlich auf Personen, die in unserer Umfrage die Berufsbezeichnung Bürokauffrau/-mann gewählt haben.

Mit Tarifvertrag höherer Verdienst und häufiger Weihnachtsgeld
Eindeutig positiv wirkt es sich für die Beschäftigten aus, wenn sie in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeiten. Mit Tarifbindung verdienen Bürokaufleute im Durchschnitt 2.742 Euro – 20 Prozent mehr als in nichttarifgebundenen Betrieben (2.286 €) . „Eine Tarifbindung erhöht auch sehr deutlich die Chance auf ein Weihnachtsgeld. 71 Prozent aller Bürokaufleute in Betrieben mit Tarifbindung sagen, dass sie Weihnachtgeld bekommen. Dagegen sind es in nicht tarifgebundenen Betrieben lediglich 42 Prozent“, sagt WSI-Experte Dr. Heiner Dribbusch. Insgesamt geben knapp 30 Prozent der Bürokaufleute an, dass in dem Betrieb, in dem sie arbeiten, ein Tarifvertrag gilt.

Im Einzelnen kommt die Studie u. a. zu folgenden Ergebnissen:

Durchschnittliche Verdienste
Der Bruttomonatsverdienst von Bürokaufleuten beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich rund 2.411 €. Die Hälfte der Bürokauffrauen und Bürokaufmänner verdient weniger als 2.391 €.

Berufserfahrung
In aller Regel steigt das Einkommen mit der Berufserfahrung. Dies gilt auch für Bürokaufleute. Bei einer Berufserfahrung von bis zu einem Jahr beträgt der durchschnittliche Monatsverdienst 2.122 €, bei mehr als 20 Jahren steigt es auf 2.724 €.

Weihnachts- und Urlaubsgeld
Knapp 40 Prozent der Befragten geben an, Urlaubsgeld zu erhalten. Circa die Hälfte (49,5 Prozent) erhält der LohnSpiegel-Erhebung zufolge Weihnachtsgeld. Eindeutig positiv wirkt sich aus, wenn die Betriebe tarifgebunden sind.

Arbeitszeit
Die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit der Bürokaufleute liegt bei 35 Stunden in der Woche. Die ermittelte tatsächliche Arbeitszeit der Befragten liegt mit knapp 36,5 Wochenstunden leicht über dem vereinbarten Arbeitspensum. Bei 5,7 Prozent ist eine vertragliche Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden festgelegt. Jedoch geben ca. 24 Prozent aller Befragten an, tatsächlich mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten.

Überstunden
Rund 33 Prozent aller befragten Bürokaufleute geben an, im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart zu arbeiten. Ein im Vergleich zu anderen Berufsgruppen recht hoher Anteil von etwa 73 Prozent bekommt dafür eine entsprechende Bezahlung oder Freizeitausgleich. 27 Prozent der Befragten erhalten keine Überstundenvergütung.

Lohnspiegel.de jetzt mit neu gestaltetem Lohn- und Gehaltscheck
Der „LohnSpiegel“ erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Ziel ist die Förderung von Transparenz bei Löhnen und Gehältern. Alle LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite „www.lohnspiegel.de“ freiwillig und anonym beteiligen können. Die Befragung ist nicht repräsentativ, liefert durch die hohe Fallzahl aber hinreichend verlässliche Daten.

Der kostenlose Lohn- und Gehaltscheck ist im August 2017 neu gestaltet worden. Er ist jetzt noch benutzungsfreundlicher und bietet Interessierten für 425 Berufe eine Orientierung über Durchschnittsverdienste, bei denen auch Faktoren wie Berufserfahrung, Betriebsgröße und Arbeitszeit berücksichtigt sind.

Weitere Informationen:

Joël van Hoorde, Heiner Dribbusch und Fikret Öz: WAS VERDIENEN BÜROKAUFLEUTE? Eine Analyse auf der Basis der WSI-Lohnspiegel-Datenbank. (pdf) Arbeitspapier 41, September 2017

Kontakt:

Dr. Heiner Dribbusch
WSI, Lohnspiegel

Rainer Jung
Leiter Pressestelle


Die Pressemitteilung mit Grafik (pdf)

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