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16.06.2017

Erneuter Anstieg, doch Frühwarnstatus weiter auf „grün“

IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr leicht erhöht

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben günstig, auch wenn im Außenhandel die Unsicherheit etwas gestiegen ist. Das Risiko dass Deutschland in nächster Zeit in eine Rezession gerät, hat daher in den vergangenen Wochen leicht zugenommen. Das zeigt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von Juni bis August weist das Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 14,9 Prozent aus. Im Mai hatte der Wert bei 10,8 Prozent gelegen. Bei Werten unter 30 Prozent besteht keine Rezessionsgefahr, der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt also weiterhin „grün“.

Die leichte Eintrübung im Indikatorwert erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld damit, dass das Verarbeitende Gewerbe in den vergangenen Wochen weniger Aufträge erhalten hat. Während sich die Orders aus dem Inland dabei nur geringfügig verringerten, gaben die Auftragseingänge aus dem Ausland um 3,5 Prozent nach. Die Aufträge von Kunden, die außerhalb des Euroraums sitzen, sanken sogar um fünf Prozent. Allerdings war deren Wert im Mai durch einen Großauftrag auch sehr stark gestiegen, erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. „Insofern ist dieser Rückgang nicht als ein konjunktureller Tempoabfall zu bewerten.“

In der Grundtendenz sei die „konjunkturelle Aufwärtsbewegung nach wie vor intakt“, betont Hohlfeld. Dafür spreche auch, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Mai zum vierten Mal in Folge verbesserte. Daher bleibt das IMK bei seiner Einschätzung, dass sich der moderate Aufschwung in Deutschland fortsetzen wird. Ein Update seiner Konjunkturprognose stellt das Institut am 3. Juli vor.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Weitere Informationen:

Zum IMK-Konjunkturindikator

Zur aktuellen Konjunkturprognose

Kontakt:

Peter Hohlfeld
IMK

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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