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02.11.2009

WSI-Tarifarchiv:

Tarifliches Weihnachtsgeld - Trotz Krise ein Plus in vielen Branchen

Trotz der Krise fällt das tarifliche Weihnachtsgeld auch in diesem Jahr in vielen Branchen höher aus als im vergangenen Jahr. Das Plus beträgt je nach Tarifbereich zwischen 1,5 und 7,3 Prozent. Dies entspricht bezogen auf die mittlere Vergütungsgruppe einem Steigerungsbetrag zwischen 16 und 117 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung in einer Auswertung von Tarifverträgen aus 23 Branchen. "Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den Tarifabschlüssen in der Tarifrunde 2009", stellt der Leiter des WSI-Tarifarchivs Dr. Reinhard Bispinck fest. Beispiele aus verschiedenen Branchen.

  • In der Metallindustrie Nordwürttemberg/Nordbaden beträgt die Steigerung 56 Euro (4,2 Prozent) auf 1.392 Euro in der mittleren Entgeltgruppe.
  • In der Chemischen Industrie Nordrhein steigt das Weihnachtsgeld um 87 Euro (3,3 Prozent) auf 2.711 Euro in der mittleren Entgeltgruppe.
  • Im öffentlichen Dienst (Gemeinden - West) steigt die Jahressonderzahlung in der mittleren Entgeltgruppe um 58 Euro (2,8 Prozent) auf 2.132 Euro.
  • Im Bauhauptgewerbe (West) klettert das Weihnachtsgeld in der mittleren Lohngruppe um 30 Euro (2,3 Prozent) auf 1.349 Euro.
  • Bei der Deutschen Bahn AG beträgt der Anstieg 48 Euro (2,5 Prozent).
  • Im Einzelhandel NRW steigt der Gehaltsbetrag um 2,1 Prozent (27 Euro) auf 1.318 Euro.
  • Im Versicherungsgewerbe erhält ein/e Angestellte/r in der mittleren Entgeltgruppe mit 2.000 Euro ein Plus von 31 Euro oder 1,6 Prozent.
  • In der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück bleibt der Betrag in der mittleren Lohngruppe mit 1.844 Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr.
  • In der Druckindustrie bekommt ein Arbeiter in der mittleren Lohngruppe unverändert ein Weihnachtsgeld von 2.290 Euro.

Als Folge der Krise wird die tarifliche Jahressonderzahlung allerdings nicht in allen Betrieben auch in vollem Umfang ausgezahlt. Die Betriebe nutzen Öffnungsklauseln, die in vielen Tarifverträgen Abstriche bei der Jahressonderzahlung erlauben, wenn die wirtschaftliche Entwicklung sehr negativ verläuft. Darauf deutet eine aktuelle repräsentative Befragung des WSI unter Betriebsräten in Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten hin: In jedem zehnten Betrieb wurden nach Auskunft der Betriebsräte seit Mitte vergangenen Jahres Abstriche bei Sonderzahlungen und Zulagen vorgenommen, zu denen auch die tarifliche Jahressonderzahlung zählt - oder Abstriche sind in Planung. Im Investitions- und Gebrauchsgüterbereich sind rund 15 Prozent der Betriebe davon betroffen, im Bereich Grundstoffe und Produktionsgüter sind es knapp 20 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor, zeigt die Auswertung des WSI-Tarifarchivs. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet. Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert.

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie. Darunter liegen unter anderem die Bereiche Versicherungen (80 Prozent), Einzelhandel (West) (62,5 Prozent) sowie Metallindustrie (West) (55 Prozent). Im öffentlichen Dienst (Gemeinden) beträgt das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent. In vielen Bereichen haben die Beschäftigten in den neuen Ländern mittlerweile gleichgezogen.

Weniger als ihre KollegInnen im Westen erhalten die Ost-Beschäftigten z. B. in den Bereichen Chemie (65 Prozent), öffentlicher Dienst (Gemeinden 45 - 67,5 Prozent) und Metallindustrie (50 Prozent). Kein Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Gebäudereinigerhandwerk und im Bauhauptgewerbe Ost.

Kontakt:

Dr. Reinhard-Bispinck at boeckler.de  

Rainer-Jung at boeckler.de  

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