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08.06.2009

WSI-Betriebsrätebefragung

Zielvorgaben sorgen für hohen Zeit- und Termindruck im Job

In Unternehmen, die die Arbeit über Zielvorgaben steuern, ist Stress durch hohen Termin- und Zeitdruck oder ein zu hohes Arbeitspensum besonders verbreitet. Das geht aus der jüngsten Betriebsrätebefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hervor. 79 Prozent der Betriebsräte in solchen Betrieben berichten, die Alltagsarbeit der Angestellten sei sehr stark oder stark von hohem Zeitdruck und engen Terminplänen geprägt. Das ist deutlich mehr als der schon hohe Durchschnittswert in allen Unternehmen, der bei 67 Prozent liegt. Das WSI befragte im vergangenen Winter 1.700 Betriebsräte. Die Befragung ist repräsentativ für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten und Betriebsrat. In solchen Betrieben arbeiten in Deutschland 12 Millionen Menschen.

Die WSI-Untersuchung im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragenen Projekts PARGEMA liefert erstmals Daten darüber, wie viele Unternehmen ihre Beschäftigten über Ziele führen. Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Betriebe räumt Teilen der Belegschaft relativ freie Hand bei der Gestaltung der Arbeit ein, misst dafür aber die Leistung anhand zuvor festgelegter Kriterien. In 39 Prozent der Betriebe, die mit Zielen führen, wird das Instrument nicht nur für Führungskräfte oder bestimmte Abteilungen, sondern für die gesamte Belegschaft eingesetzt, hat WSI-Gesundheitsexpertin Elke Ahlers ermittelt.

In jedem dritten Betrieb, der mit Zielvereinbarungen arbeitet, werden die Kriterien nicht gemeinsam von Führungskräften und Beschäftigten erarbeitet, sondern einseitig vom Management vorgegeben. Zentrales Erfolgskriterium in fast allen Fällen: wirtschaftliche Kennzahlen. Danach folgen Kundenzufriedenheit und die Qualität der Arbeitsergebnisse. Häufig sind mit dem Erreichen des Ziels Boni oder Abzüge verbunden. Wer eine Vorgabe wie einen bestimmten Umsatz nicht erfüllt, muss je nach Arbeitgeber mit Nachteilen rechnen - etwa mit Karriere-Blockaden oder finanziellen Einbußen. In seltenen Fällen komme es gar zu Entlassungen, berichtet WSI-Expertin Elke Ahlers.

Wo Zielvorgaben gängig sind, bereitet auch das hohe Arbeitsvolumen besonders häufig großen Stress. 57 Prozent der befragten Betriebsräte in Betrieben mit Zielvorgaben schätzten das Arbeitspensum der Beschäftigten als zu hoch ein. Im Durchschnitt aller untersuchten Betriebe taten das 47 Prozent. 37 Prozent der Arbeitnehmervertreter in Betrieben mit Zielen kritisierten, die Arbeitszeit sei für die Beschäftigten nur schwer planbar. Dieser Wert lag im Durchschnitt bei 27 Prozent.

Weitere Informationen:

in:                             

Kontakt:

Elke-Ahlers at boeckler.de  

Rainer-Jung at boeckler.de  

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