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05.11.2008

WSI-Tarifarchiv

Tarifliches Weihnachtsgeld - ein Plus in vielen Branchen

Das tarifliche Weihnachtsgeld fällt in diesem Jahr in vielen Branchen höher aus als im vergangenen Jahr. Das Plus beträgt je nach Tarifbereich zwischen 1,6 und 11,1 Prozent. Dies entspricht bezogen auf die mittlere Vergütungsgruppe einem Zuwachs zwischen 18 und 193 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung in einer Auswertung von Tarifverträgen aus 23 Branchen. "Die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben profitieren von den besseren Tarifabschlüssen in dieser Tarifrunde", stellt der Leiter des WSI-Tarifarchivs Dr. Reinhard Bispinck fest.

  • In der Druckindustrie bekommt ein Arbeiter in der mittleren Lohngruppe ein Weihnachtsgeld von 2.290 Euro, das sind 48 Euro oder 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Im Bauhauptgewerbe (West) klettert das Weihnachtsgeld in der mittleren Lohngruppe um 39 Euro (3,0 Prozent) auf 1.319 Euro.
  • Im Versicherungsgewerbe erhält ein/e Angestellte/r in der mittleren Entgeltgruppe mit 1.969 Euro ein Plus von 58 Euro oder 3,0 Prozent.
  • Auch im Einzelhandel NRW steigt der Gehaltsbetrag um 3,0 Prozent (37 Euro) auf 1.291 Euro.
  • In der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück fällt die Steigerung in der mittleren Lohngruppe mit 64 Euro (3,6 Prozent) auf 1.844 Euro etwas stärker aus.
  • Im öffentlichen Dienst (Gemeinden) steigt die Jahressonderzahlung in der mittleren Entgeltgruppe nach dem Abschluss vom Frühjahr um 107 Euro (5,4 Prozent) auf 2.074 Euro.
  • In der Chemischen Industrie Nordrhein steigt das Weihnachtsgeld um 110 Euro (4,4 Prozent) auf 2.624 Euro in der mittleren Entgeltgruppe.
  • Bei der Deutschen Bahn AG fällt der Anstieg mit einem Plus von 193 Euro (11,1 Prozent) am stärksten aus.
  • In der Metallindustrie Nordwürttemberg/Nordbaden fällt die Steigerung mit 18 Euro (1,7 Prozent) auf 1.115 Euro in der mittleren Lohngruppe relativ gering aus. Im Vorjahr stieg es aber bereits aufgrund des guten Tarifabschlusses von 2007 um 4,1 Prozent (alle Daten für die genannten Branchen in West- und Ostdeutschland in einer Tabelle in der pdf-Version dieser Pressemitteilung; Link zur pdf-Version mit Tabellen und Grafik am Fuß dieses Textes).

Die Auswertung des WSI-Tarifarchivs zeigt weiter: In den meisten Wirtschaftszweigen sehen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet (siehe auch die Grafik und die ausführliche Tabelle im Anhang zur pdf-Version dieser Pressemitteilung). Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert.

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld (100 bzw. 95 Prozent eines Monatseinkommens) erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie. Darunter liegen unter anderem die Bereiche Versicherungen (80 Prozent), Einzelhandel (West) (62,5 Prozent) sowie Metallindustrie (West) (55 Prozent). Im öffentlichen Dienst (Gemeinden) beträgt das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent. In vielen Bereichen haben die Beschäftigten in den neuen Ländern mittlerweile gleichgezogen.

Weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen erhalten die Ost-Beschäftigten z. B. in den Bereichen Chemie (65 Prozent), öffentlicher Dienst (Gemeinden 45 - 67,5 Prozent) und Metallindustrie (50 Prozent). Kein Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Gebäudereinigerhandwerk und im Bauhauptgewerbe Ost.

Kontakt:

Dr. Reinhard-Bispinck at boeckler.de  
 
Rainer-Jung at boeckler.de  

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