Pressemitteilungen 2011

2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 | 2011 2010 2009 2008 2007

28.01.2011

Arbeitnehmer bringen "eine Menge neuer Sichtweisen ein"

Realistische Einschätzung der Unternehmensmitbestimmung in Davos angekommen

Positive Äußerungen zur deutschen Unternehmensmitbestimmung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zeigen, dass sich auch international eine realistische Einschätzung der Arbeitnehmermitbestimmung im Aufsichtsrat durchsetzt. Darauf weist der Sprecher der Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung, Dr. h.c. Nikolaus Simon, hin. "Beschäftigte haben ein Interesse an der langfristigen Existenzsicherung ihres Unternehmens. Mitbestimmung hilft, eine allzu kurzsichtige Perspektive bei der Unternehmenssteuerung zu verhindern", sagt Simon. "Dass Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten großer deutscher Unternehmen die Hälfte der Mitglieder stellen, macht diese Gremien zu intelligenten, modernen Foren der Kommunikation. Hier lassen sich gemeinsame Strategien entwickeln, aber auch Konflikte auf gleicher Augenhöhe verhandeln und lösen. Wenn ein Mann wie John Studzinski vom Finanzinvestor Blackstone auf dem World Economic Forum die Unternehmensmitbestimmung lobt, zeigt das, dass diese Erkenntnis erfreulicherweise nun auch in Davos angekommen ist."

Blackstone-Geschäftsführer Studzinski hatte nach Medienberichten auf dem Weltwirtschaftsforum die Stärke der deutschen Wirtschaft auch auf die Arbeitnehmerpräsenz in den Aufsichtsräten großer Unternehmen zurückgeführt. "Das ist zwar ungewohnt für Manager, aber es bringt eine Menge neuer Sichtweisen ein", sagte Studzinski laut Financial Times Deutschland.

Das deckt sich mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien, die die Hans-Böckler-Stiftung gefördert hat. So kam ein Forscherteam des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin (WZB) zu dem Schluss, dass die heterogene Zusammensetzung deutscher Aufsichtsräte für die Unternehmen nützlich sei, weil die unterschiedlichen Gruppen - betriebliche Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaftsvertreter sowie Vertreter der Kapitaleigner - spezifisches Wissen einbrächten. Keine der Gruppen könne alle Wissensarten allein abdecken, so die Analyse. Zudem zeigen Untersuchungen immer wieder, dass die Mitbestimmung mehr Frauen in Aufsichtsräte bringt: Gut 70 Prozent der Frauen in mitbestimmten Aufsichtsräten sind Arbeitnehmervertreterinnen.

Positiv zur Mitbestimmung haben sich in letzter Zeit beispielsweise auch der frühere Bundespräsident Dr. Horst Köhler, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher geäußert: "Für mich ist die Mitbestimmung ein Standortvorteil Deutschlands", sagte Löscher im Oktober 2009 in einem Interview. "Mitbestimmung ist ein nicht wegzudenkender Teil unserer sozialen Marktwirtschaft, die sich in Deutschland bewährt hat", betonte Frau Merkel schon 2006 auf einer Festveranstaltung zum 30-jährigen Jubiläum des Mitbestimmungsgesetzes von 1976.

Auch 2011 gibt es einen runden Jahrestag in Sachen Mitbestimmung: Am 21. Mai 1951 wurde das Gesetz zur Montanmitbestimmung verkündet.

Weitere Informationen:

auf den Themenseiten unter dem Begriff Mitbestimmung

Kontakt:

Dr. h.c. Nikolaus Simon
Geschäftsführer Hans-Böckler-Stiftung

Lothar Kamp
Abteilung Mitbestimmungsförderung

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

zurück

X

Hinweis zur Nutzung von Cookies auf dieser Website

Diese Website benutzt Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Die Nutzung der Cookies können Sie in Ihren Browser-Einstellungen ändern. Wir benutzen außerdem Tracking-Cookies der Tracking-Tools Matomo und Webtrekk. Diese werden nur gesetzt, wenn Sie auf den „Einverstanden“-Button klicken. Solange Sie dies nicht tun, nutzen Sie die Website und Ihre Angebote, ohne dass die genannten Tracking-Tools aktiviert werden. Durch die Betätigung des Einverstanden-Buttons willigen Sie auch in das durch Facebook Insights getätigte Tracking auf der Facebook Fanpage der Hans-Böckler-Stiftung ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Einverstanden